Magdeburg (dpa/sa) - Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff hat sich gegen eine neue Nationalhymne ausgesprochen. "Wir sollten uns den Themen zuwenden, bei denen dringender Handlungsbedarf besteht, wie zum Beispiel der Energiewende oder der Mietpreisentwicklung", erklärte der CDU-Politiker am Donnerstag. "Als Ostdeutscher sage ich, der Inhalt der Nationalhymne ist ein Grund gewesen, der Bundesrepublik beizutreten. Denn für diese galt: "Einigkeit und Recht und Freiheit..."". Er halte den Vorschlag von Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) deshalb für völlig überflüssig.

Ramelow hatte der "Rheinischen Post" gesagt, auch 30 Jahre nach dem Mauerfall würden viele Ostdeutsche die Hymne nicht mitsingen. "Ich würde mir wünschen, dass wir eine wirklich gemeinsame Nationalhymne hätten", sagte der Linke-Politiker. Er plädierte für einen neuen Text, "der so eingängig ist, dass sich alle damit identifizieren können und sagen: Das ist meins".