Magdeburg/Berlin (dpa/sa) - Zum Schutz vor einer Ausbreitung des neuartigen Coronavirus hat sich Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff für ein abgestimmtes Vorgehen ausgesprochen. Es müsse jedoch Handlungsfenster geben, um vor Ort reagieren zu können, sagte der CDU-Politiker am Rande der Ministerpräsidentenkonferenz am Donnerstag in Berlin der Deutschen Presse-Agentur. Dort beriet er mit seinen Amtskollegen sowie der Bundesregierung über den richtigen Umgang mit dem Coronavirus. Die Beratungen sollten bis in den Abend andauern.

Es sei denkbar, ein bundesweit koordinierendes Gremium einzurichten, sagte Haseloff. "Wir brauchen generelle Richtlinien, die aber auch Handlungsfenster offen lassen, um vor Ort reagieren zu können."

Die Situation sei von Bundesland zu Bundesland und von Region zu Region unterschiedlich, sagte Haseloff. "An der bayrischen Grenze können andere Maßnahmen notwendig sein als an der Küste in Mecklenburg-Vorpommern", sagte er. Das gleiche gelte in Sachsen-Anhalt. Was für Halle richtig sein kann, muss es für Osterburg noch lange nicht sein."

Am Donnerstag hatte Halle als erste Großstadt in Deutschland entschieden, von Freitag an bis Ende März alle Schulen, Kindertageseinrichtungen und Horte zu schließen und alle öffentlichen Veranstaltungen zu untersagen. Oberbürgermeister Bernd Wiegand (parteilos) begründete die Vorsichtsmaßnahmen damit, dass die Stadt die Kontaktketten zwischen nachweislich Erkrankten und weiteren Personen nicht mehr vollumfänglich ermitteln könne. Zum Zeitpunkt der Entscheidung meldete die Saalestadt sieben nachgewiesene Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2.