Magdeburg/Berlin (dpa/sa) - Autobesitzer im Saalekreis müssen damit rechnen, im kommenden Jahr mehr für ihre Kfz-Haftpflichtversicherung zu bezahlen. Der Kreis im Süden des Landes wird vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) als einzige Region in Sachsen-Anhalt in eine höhere Regionalklasse eingestuft. Das geht aus einer Übersicht hervor, die am Dienstag veröffentlicht wurde. Der Saalekreis ist aber nicht das teuerste Pflaster im Land: Er wird im kommenden Jahr in der vierten von 12 Haftpflicht-Klassen geführt. Halle und Magdeburg sind unverändert in Stufe sieben einsortiert.

Der GDV errechnet einmal im Jahr die Schadenbilanz in den bundesweit rund 400 Zulassungsbezirken. Entscheidend ist dabei nicht, wo ein Schaden entstanden ist, sondern in welchem Zulassungsbezirk der Fahrzeughalter seinen Wohnsitz hat. Wo die Versicherer besonders viel zahlen mussten, steigen in der Folge die Beiträge für alle, die in der betroffenen Region wohnen. Bei der Haftpflicht sind vor allem Entschädigungen für Beteiligte bei Verkehrsunfällen entscheidend für die Einstufung. Großstädte kommen dabei für gewöhnlich schlechter weg.

In Sachsen-Anhalt schnitt der dünn besiedelte Kreis Stendal am besten ab, Magdeburg hatte die schlechteste Schadenbilanz. Bei zwei Dritteln der 1,1 Millionen Autofahrerinnen und Autofahrer in Sachsen-Anhalt wird der Beitrag für die Haftplicht auch im kommenden Jahr mit den zwei günstigsten Regionalklassen berechnet, wie der GDV mitteilte.

In der niedrigsten Stufe sind neben Stendal auch die Kreise Salzwedel, Börde, Jerichower Land und der Salzlandkreis. Im Harz, in Dessau-Roßlau, in Anhalt-Bitterfeld, in Mansfeld-Südharz und im Kreis Wittenberg bleibt es bei Stufe zwei. Der Burgenlandkreis verharrt in Klasse vier. Bundesweit mussten die Versicherer mit Abstand die meisten Schäden in der Hauptstadt Berlin regulieren. In der brandenburgischen Prignitz war die Schadenbilanz am besten.

Regionalklassen nach Zulassungsbezirken