Glashütte (dpa/bb) - Wie kann handwerkliche Glasherstellung in Europa erhalten und weiterentwickelt werden? Diese Frage stellt sich ein internationales Projekt im Museumsdorf Baruther Glashütte (Teltow-Fläming), das am Freitag gestartet ist. Die Teilnehmer des Auftakt-Workshops kommen nach Angaben des Kulturministeriums neben Brandenburg und Berlin aus Sachsen-Anhalt und Thüringen sowie Finnland und Schweden. Glasmacher, Künstler und Designer wollen gemeinsam das alte Handwerk des Glasmachens neu interpretieren und mit Hilfe neuer analoger und digitaler Werkzeuge weiterentwickeln. Die Entstehungsprozesse werden dokumentiert und sollen später in einer Wanderausstellung gezeigt werden.

Beteiligte Produktions-Orte sind - neben dem Museum Baruther Glashütte - die Glasmanufakturen Harzkristall, Derenburg, Elias-Glashütte Lauscha, The Glass Factory, Boda in Schweden und die Tavastia Vocational School. Beteiligte Hochschulen sind die Aalto University Helsinki und die Weißensee Kunsthochschule Berlin.

Brandenburgs Kulturministerin Manja Schüle erklärte zum Auftakt des Workshops, das internationale Projekt sei gerade in Zeiten von Corona ein wichtiges Signal des wissenschaftlichen Austauschs und des Miteinanders. Das Kulturministerium unterstützt den Auftakt-Workshop mit 3.000 Euro aus Lottomitteln.

Die manuelle Glasfertigung ist eine Jahrtausende alte Kulturtechnik, die in mehreren europäischen Ländern den Status des immateriellen Kulturerbes hat. Auf Initiative des Museums Baruther Glashütte wurde die manuelle Fertigung von mundgeblasenem Hohl- und Flachglas im Jahr 2015 auch in das deutsche Verzeichnis des Kulturerbes eingetragen. Nun soll es zusammen mit internationalen Partnern auch auf die internationale UNESCO-Liste des zu bewahrenden geistigen Kulturerbes eingebracht werden.

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