Dessau/Roßlau (dpa/sa) - Die männerdominierten Wahllisten der CDU Sachsen-Anhalt haben dem Landesverband viel Kritik eingebracht - auch aus den eigenen Reihen. Schleswig-Holsteins CDU-Bildungsministerin Karin Prien schrieb auf Twitter, die Landesliste der Parteifreunde in Sachsen-Anhalt zur Bundestagswahl mit nur einer Frau auf den ersten neun Plätzen "kein Grund sich auf die Brust zu trommeln, sondern ein Armutszeugnis in Sachen Gleichstellung".

Der frühere CDU-Generalsekretär Ruprecht Polenz nannte die Liste zur Bundestagswahl und die Liste zur Landtagswahl, auf der sich nur eine Frau auf den ersten zehn Plätzen findet, "krass". Solche "reinen Männerlisten" müssten öffentlich kritisiert werden und seien ein Argument dafür, "dass die CDU endlich eine Quote für Frauen einführt", twitterte Polenz. Am Sonntag verwies er auf den Landesverband der CDU Rheinland-Pfalz. Dort kandidieren auf den ersten zehn Plätzen zur Landtagswahl fünf Frauen.

Schon vor den Listenwahlen am Samstag hatte es scharfe Kritik an der Unausgewogenheit der Vorschläge des Landesvorstandes gegeben, unter anderem von der Bundesvorsitzenden der Frauen-Union, Annette Widmann-Mauz. Auch die Landesvorsitzende des CDU-Frauenverbandes, Sabine Wölfer, hatte sich für eine ausgeglichenere Liste stark gemacht. Auf dem Parteitag in Dessau-Roßlau scheiterte Wölfer selbst mit einer Bewerbung für Platz zehn auf der Liste zur Bundestagswahl. Auf diesen Platz rückte daraufhin die Landesvorsitzende der Jungen Union, Anna Kreye, vor.

Ein Parteitag hatte Ministerpräsident Reiner Haseloff am Samstag zum Spitzenkandidaten für die Landtagswahl im Juni gewählt und Platz eins auf der Liste zur Bundestagswahl an die Bundestagsabgeordnete Heike Brehmer vergeben.

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