Magdeburg (dpa/sa) - Als schlimmstes "Ergebnis, das es in Thüringen jetzt geben konnte" hat die Linke in Sachsen-Anhalt die Wahl von Thomas Kemmerich (FDP) zum Ministerpräsidenten in Erfurt bezeichnet. "Ausgerechnet in Thüringen fällt zum ersten Mal die Demokratie den Machtspielen von FDP und CDU zum Opfer", kommentierten Linken-Fraktionsvorsitzender Thomas Lippmann und der Landesvorsitzende der Partei in Sachsen-Anhalt, Stefan Gebhardt, am Mittwoch den Wahlausgang. "Damit ist klar, dass FDP und CDU nicht mehr verlässlich für eine demokratische Abgrenzung zu Rechtsextremen stehen, nicht in Thüringen und auch nicht in Sachsen-Anhalt."

Der klare Wahlsieger der Thüringer Landtagswahl, Bodo Ramelow (Linke), der in der Bevölkerung hohe Zustimmung erfahre, sei von FDP, CDU und AfD gemeinsam aus dem Amt gedrängt worden. "Ohne Regierungsmannschaft und Regierungsprogramm wird das Land so dem freien Spiel radikaler rechter Kräfte ausgeliefert."

Kemmerich war zuvor im Thüringer Landtag mit 45 Stimmen überraschend zum Ministerpräsidenten gewählt worden. Amtsinhaber Ramelow kam im dritten Wahlgang lediglich auf 44 Stimmen. Der AfD-Kandidat bekam nicht einmal aus der AfD-Fraktion eine Stimme.