Plötzky (dpa/sa) - Die Linke in Sachsen-Anhalt hat auf einem Parteitag die Weichen für die Landtagswahl im nächsten Jahr gestellt. Die Delegierten verabschiedeten in Plötzky (Salzlandkreis) dazu einen Leitantrag. Unter dem Motto "Solidarität statt Ellenbogen" will die Linke bei den Wählern um Stimmen werben. Dazu gehören Themen wie soziale Gerechtigkeit, Reformen im Schul- und Gesundheitssystem sowie auch kostenlose Kitas.

Der Landesregierung unter Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) warf der Partei Versagen vor. Sie gestalte nicht, sondern sie bevorzuge es, in ihrem eigenen Mief zu verharren, sagte der Landesvorsitzende der Linken, Stefan Gebhard. Er bezeichnete die Koalition als "Gurkentruppe".

Die CDU will die Linke laut dem Leitantrag zu einem zentralen Thema in ihrem Wahlkampf machen. Die Delegierten folgten dem Vorschlag der Parteispitze, die Landtagsabgeordnete und Rechtsexpertin Eva von Angern als Spitzenkandidatin für die Landtagswahl zu nominieren. Sie rief dazu auf, im Kampf gegen Rechtsextremismus und Antisemitismus nicht nachzulassen, "immer und überall". Parteichef Gebhard bezeichnete die AfD in seiner Rede als parlamentarischen Arm von Rassisten, Antisemiten, Nazis und anderen Menschenfeinden.

In Sachsen-Anhalt wird am 6. Juni 2021 ein neues Parlament gewählt. Die Linke ist derzeit in der Opposition und hat nach eigenen Angaben etwa 3400 Mitglieder. Bei der Landtagswahl 2016 kam die Partei auf 16,3 Prozent der Stimmen. Sachsen-Anhalt wird derzeit in einem Dreierbündnis von CDU, SPD und Grünen regiert. Aufgrund der Parteifarben wird es als schwarz-rot-grüne oder "Kenia"-Koalition bezeichnet. Haseloff ist seit 2011 Ministerpräsident des Landes.

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