Magdeburg (dpa/sa) - Nur sieben von zehn Arztstellen im öffentlichen Gesundheitsdienst Sachsen-Anhalts sind derzeit besetzt - obwohl die staatlichen Mediziner in der Corona-Krise eine zentrale Rolle spielen. Mit der sogenannten Amtsarztquote hat der Landtag am Freitag einen neuen Anreiz für die Posten in den Gesundheitsämtern auf den Weg gebracht. Wie seit vorigem Jahr für Landärzte will das Land künftig auch für werdende Amtsärzte ein Kontingent an Medizin-Studienplätzen reservieren.

Wer sich auf einen dieser Plätze bewirbt, verpflichtet sich zugleich, nach dem Studium mindestens zehn Jahre im öffentlichen Gesundheitsdienst zu arbeiten. Der Anreiz für die Bewerberinnen und Bewerbern: Im Auswahlverfahren des Landes hat die Abiturnote weniger Gewicht, die Berufserfahrung dafür umso mehr. Menschen, die seit Jahren in medizinischen Berufen arbeiten, den hohen Numerus clausus für ein Medizin-Studium aber nicht erreichen, haben so bessere Chancen auf einen der begehrten Studienplätze.

Die entsprechende Quote für Landärzte sei im vorigen Jahr vielversprechend angelaufen, sagte Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne (SPD) im Landtag. 270 Menschen aus ganz Deutschland hätten sich auf die 21 Plätze beworben; 16 davon seien an Bewerberinnen und Bewerber aus Sachsen-Anhalt gegangen.

Die Ministerin und mehrere Rednerinnen und Redner aus den Fraktionen wiesen allerdings darauf hin, dass die Quote wegen des langen Studiums erst Ende der zwanziger Jahre einen Effekt haben werde. Außerdem müssten die Stellen im öffentlichen Gesundheitsdienst besser bezahlt werden. Fraktionsübergreifend wurde die herausragende Bedeutung der Gesundheitsämter in und auch schon vor der Corona-Krise betont. Der Landtag verwies den Antrag der Regierungsfraktionen einstimmig in den Gesundheitsausschuss; im März könnte das Parlament die neue Quote dann beschließen.

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