Magdeburg/Halle (dpa/sa) - Die Sachsen-Anhalter haben sich am Wochenende laut Innenministerium weitgehend an die Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie gehalten. Es habe vereinzelt zwar Verstöße gegen die Landesverordnung gegeben, aber nicht im Übermaß, wie ein Sprecher des Lagezentrums am Sonntag in Magdeburg sagte.

Unterdessen ist die Zahl der nachgewiesenen Coronavirus-Infektionen in Sachsen-Anhalt auf 958 gestiegen. Das waren am Sonntag (12.26 Uhr) 37 mehr als am Samstag, wie das Sozialministerium in Magdeburg mitteilte. Unverändert zum Vortag blieb die Zahl von zwölf Todesfällen. Insgesamt 99 Menschen werden wegen des Coronavirus im Krankenhaus behandelt. Nach Schätzungen sind bisher 400 Menschen wieder genesen.

Die meisten bestätigten Corona-Infektionen im Land gibt es der Übersicht des Ministeriums zufolge in Halle (211) und im Landkreis Wittenberg (113), die wenigsten im Altmarkreis Salzwedel (19). In der Landeshauptstadt Magdeburg wurden 88 Infektionsfälle ausgewiesen. Das ist ein Fall weniger als am Samstag. Es habe sich herausgestellt, dass derjenige kein Magdeburger war. Deshalb wurde der Fall laut Ministerium dem Gesundheitsamt am Wohnort des Infizierten gemeldet.

In Sachsen-Anhalt dürfen die Menschen wegen der Corona-Pandemie laut der Landesverordnung derzeit nur "aus triftigen Gründen" wie Arbeit, Einkaufen und Arztbesuche die Wohnungen verlassen. Die Einschränkungen gelten bis mindestens 19. April. Wer dagegen verstößt, muss mit Konsequenzen laut Bußgeldkatalog rechnen. Spaziergänge und Sport wie Joggen auf Abstand sind zwar erlaubt, Menschenansammlungen sowie Picknick und Feiern verboten.

In Halle lösten Polizei und Ordnungskräfte nach Angaben der Stadt im Naherholungsgebiet auf der Peißnitzinsel am Samstag mehrere Ansammlungen von Menschen auf. Es wurden 36 Anzeigen aufgenommen. Trotz Verbots hatten Menschen auf Wiesen gepicknickt. In Magdeburg wurden weniger Verstöße festgestellt als angesichts des Frühlingswetters erwartet. Ordnungskräfte und Polizei kontrollierten am Samstag 112 Spielplätze, 131 Betriebs- und Gaststätten sowie 138 Grünflächen und Versammlungsorte. Von zwölf Menschen wurden die Personalien überprüft, wie die Stadt mitteilte. Auch im Harz, in der Region Anhalt und in Stendal registrierte die Polizei kaum Verstöße.

In den Wörlitzer Park zog es bei Sonnenschein und frühlingshaften Temperaturen indes nur wenige Menschen. Ansonsten gilt die zum Unesco-Welterbe zählende Kulturlandschaft als ein Top-Ausflugsziel in Sachsen-Anhalt. Wegen der Corona-Pandemie sind unter anderem die Schlösser im Gartenreich geschlossen, der Gondel- und Fährbetrieb ruht komplett, wie die Kulturstiftung Dessau-Wörlitz mitteilte.

Mitteilung des Sozialministeriums

Aktuelle Informationen der Stadt Halle zum Coronavirus