Ostfildern/Naumburg (dpa/sa) - Nach der Insolvenz des baden-württembergischen Autozulieferers Gehring sorgen sich Politiker und Beschäftigte um die sachsen-anhaltischen Standorte. Von dem Schritt sind mehr als 600 Beschäftigte am Stammsitz Ostfildern sowie in Naumburg und Wernigerode betroffen, wie Gehring mitteilte. Der Landrat des Burgenlandkreises, Götz Ulrich (CDU), sprach von einem schweren Schlag für die Region. "Das traditionsreiche Unternehmen hatte sich am Standort Naumburg seit 1991 einen hervorragenden Ruf erarbeitet und gilt als vorbildlich auch in der Berufsausbildung."

Ulrich kündigte an, kommende Woche mit der Gehring-Geschäftsführung, dem Insolvenzverwalter und dem Betriebsrat ins Gespräch kommen zu wollen. Ihm gehe es um eine erste Einschätzung über die Zukunft des Standorts Naumburgs und die Jobs vor Ort. Zudem müsse überlegt werden, wie die Ausbildung von Metall-Azubis fortgesetzt werden könne, die der Kreis seit drei Jahren in einem Verbund mit Gehring organisiere und dabei auch andere Betriebe unterstütze.

Auch die Gewerkschaft IG Metall dringt auf eine Lösung für die sachsen-anhaltischen Standorte. Es gelte, im Rahmen des Insolvenzverfahrens eine neue Perspektive zu finden. Laut Gehring sind die Löhne und Gehälter der Beschäftigten zunächst über das Insolvenzgeld der Arbeitsagentur abgesichert. Der Betrieb läuft uneingeschränkt weiter. Die Geschäftsführung werde gemeinsam mit dem bestellten Insolvenzverwalter Tibor Braun eine Neuaufstellung für die Zukunft entwickeln.

Die Gehring-Gruppe lieferte Jahrzehnte lang Komponenten für den Antriebsstrang und den Verbrennungsmotor. Zuletzt versuchte der Zulieferer nach eigenen Angaben verstärkt, sein Angebot im Bereich Elektromobilität zu erweitern.

Mitteilung der Gehring-Gruppe zum vorläufigen Insolvenzverfahren