Berlin (dpa) - Zu DDR-Zeiten mit dem Trabant bis nach Athen. Eine "Rennpappe" fuhr 1977 bei der internationalen "Rally Acropolis" mit und schaffte es ins Ziel im antiken Olympiastadion. Es ist eine der Geschichten, die in der neuen Sonderausstellung des DDR-Museums "Mein Trabi" in Berlin erzählt werden. Zur Eröffnung am 11. Juni (18.00 Uhr) will auch der frühere DDR-Rallye-Sportler Wolfgang Kießling, kommen. Er saß damals als Co-Pilot in dem Rallye-Trabi. Als Werksfahrer des VEB Sachsenring Zwickau, wo das Auto gebaut wurde, kennt Kießling den Zweitakter bestens.

Präsentiert werden in 26 Vitrinen 26 Geschichten zu dem DDR-Auto, auf das man jahrelang wartete und dann hegte wie ein Familienmitglied. Die Zahl 26 ziehe sich durch die Geschichte des Trabant 601, so das Museum. Das Auto habe 26 PS und einen 26-Liter-Tank gehabt.

Kurator Sören Marotz sagte, der Trabant - zu deutsch Begleiter - habe das Leben vieler DDR-Bürger tatsächlich begleitet. Das eigene Auto habe ein wenig Freiheit im Sozialismus versprochen.

Berichtet wird auch, wie die Karosserie aus Baumwollmatten mit Phenolharz-Granulat bei 240 Grad zusammengepresst wurde. Als Dank für 20 Jahre an der Presse bekam ein Arbeiter einen vergoldeten Mini-Trabi geschenkt.

Der letzte Trabant rollte Ende April 1991 direkt aus dem Werk ins Zwickauer Automobilmuseum. Mehr als drei Millionen Trabis waren gebaut worden. Laut Kraftfahrtbundesamt sind derzeit noch mehr als 30 000 Trabis zugelassen.

DDR-Museum