Stendal (dpa/sa) - Nach seinem Wahlerfolg will der neue Landrat im Kreis Stendal, Patrick Puhlmann, den Nahverkehr umstellen. Derzeit gebe es ein starres Linienbussystem, das wenig genutzt werde, aber viel Geld koste, sagte der SPD-Politiker am Montag. Er schlägt vor, im Nahverkehr künftig auf Bürgermobile und andere flexiblere Modelle zu setzen. Ein zweites wichtiges Thema sei es, den Rettungsdienst so zu organisieren, dass er auch künftig schnell bei Notfallpatienten eintreffe.

Der 36-Jährige tritt im März seinen neuen Job als Landrat in Stendal an. Er löst damit den langjährigen Amtsinhaber Carsten Wulfänger (CDU) ab. Am Sonntag hatte Puhlmann die Stichwahl mit 69 Prozent der Stimmen deutlich gewonnen. Der SPD-Politiker war auch von Linken und Grünen unterstützt worden. Die Beteiligung lag bei knapp 28 Prozent. Im ersten Durchgang hatten 36 Prozent der Wähler abgestimmt.

"Ich habe noch einmal mehr Stimmen bekommen als bei der Hauptrunde und das bei gesunkener Wahlbeteiligung", sagte Puhlmann. "Das zeigt, wie sehr sich die Menschen neue Impulse wünschen." Der 36-Jährige ist studierter Lehrer und ausgebildeter Sozialmanager und lebt mit seiner Familie seit sieben Jahren in der Altmark.

Er sei mit dem Versprechen angetreten, Themen quer zu denken und anders anzupacken, sagte Puhlmann. Auch der Wahlfälschungsskandal zur Kommunalwahl in Stendal habe bei der Kür des künftigen Landrats eine Rolle gespielt. Ein früherer CDU-Stadtrat hatte zugegeben, 2014 fremde Briefwahlunterlagen ausgefüllt zu haben, um die Ergebnisse zu manipulieren. Er sei mehrfach von Wählern angesprochen worden, die das Vertrauen in die CDU verloren hätten, sagte Puhlmann. "Ich habe jetzt einen Vertrauensvorschuss bekommen und damit gibt es eine hohe Erwartungshaltung, die ich erfüllen will."

Bis zu seinem Amtsantritt will Puhlmann ein Team zusammenstellen und Gespräche mit der Verwaltung sowie dem Kreistag führen. "Wenn jetzt alle auf Blockieren gehen, dann kann ich mich auf den Kopf stellen und erreiche nichts." Bis Jahresende will der gebürtige Wittenberger in seinem derzeitigen Job noch voll weiter arbeiten: Er ist Bereichsleiter in einer Einrichtung für Menschen mit Behinderung.

Mitteilung des Wahlleiters der Stadt Eisleben zu den vier zugelassenen Kandidaten zur Wahl des Bürgermeisters

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