Halle (dpa/sa) - Das Institut für Landesgeschichte Sachsen-Anhalt befindet sich im Aufbau. Für 2020 gebe es 434 500 Euro, im nächsten Jahr seien 538 900 Euro Fördermittel eingeplant, teilte die Staatskanzlei auf Anfrage mit. "Die Landesgeschichte ist eine der wichtigen Teildisziplinen der Geschichtswissenschaft", sagte der Leiter des Instituts, Michael Hecht, der Deutschen Presse-Agentur. "Bis März werden vier Historiker am Institut arbeiten."

Zu den Forschungsgebieten erläuterte Hecht: "Dazu gehört die Erforschung der Geschichte des Erzstiftes Magdeburg, der Harzgrafschaften, der Städte Magdeburg und Halle und der anderen Vorgängerterritorien, die irgendwann mal im Land Sachsen-Anhalt aufgegangen sind. Neben der Geschichte der Städte wird ein Schwerpunkt die Geschichte der Askanier, also der Fürsten von Anhalt, die hier bis 1918 regiert haben, sein."

Es gehe um Fragen der Entstehung der Askanier, wie haben sie funktioniert und was hat das Ganze jahrhundertelang erfolgreich zusammengehalten? "Dynastie war mehr als ein Familienverband. Mit einer Dynastie wurde immer Herrschaft, basierend auf strategischem Handeln, organisiert", sagte Hecht. "Wie waren die Verwandtschaftsverhältnisse und wie war alles zusammengebunden, dass dann am Ende doch so etwas wie eine Einheit herauskam?" Es gehe um die Mechanismen, die die Fürsten geschaffen haben. "Das ist Neuland, das wurde in einer Ausführlichkeit, wie sie mir vorschwebt, bislang noch nicht publiziert", sagte der Historiker.

Zudem werde auch die Geschichte des Bundeslands erforscht. Hier werde mit der Historischen Kommission Sachsen-Anhalt, gegründet 1876, zusammengearbeitet.

"An der Planung dieses Instituts hat die Historische Kommission für Sachsen-Anhalt im Auftrag der Staatskanzlei beratend mitgewirkt", sagte der Leiter der Historischen Kommission, Andreas Pecar. "Was leider weiterhin fehlt, ist ein Lehrstuhl für Landesgeschichte an einer Universität des Landes Sachsen-Anhalt. Daran muss weiter gearbeitet werden."