Halle (dap/sa) - Der hallesche Oberbürgermeister Bernd Wiegand drängt auf weitere Lockerungen der Corona-Maßnahmen. "Die Infektionszahlen sind so gering, dass weitere Lockerungen unumgänglich sind", sagte der parteilose Politiker am Donnerstag. Dass Wohnungen und Häuser nur aus einem "triftigen Grund" verlassen werden dürfen, werde zu Recht kritisiert, so das Stadtoberhaupt. Überall dort, wo die Hygieneregeln eingehalten werden, werde sich Wiegand für Lockerungen einsetzen.

Die strengen Infektionsschutzregeln seien angesichts der geringen Zahlen schwer zu vermitteln. "Die Anpassung geht nicht schnell und nicht zügig genug", sagte Wiegand. Man sei weit davon entfernt, dass der Schutz der Bürgerinnen und Bürger nicht gewährleistet werden könne. Derzeit sind den Angaben zufolge 74 Menschen infiziert. Insgesamt wurden in der Saalestadt 326 Infektionen mit Sars-CoV-2 nachgewiesen.

Unterdessen wurde bekannt, dass der Bund bis zum 6. Mai ein Konzept zur weiteren schrittweisen Öffnung von Schulen, Kindertagesstätten und zur Wiederaufnahme des Sportbetriebs erarbeiten lassen will. Das geht aus einer Beschlussvorlage für die Beratungen von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Regierungschefs der Länder am Donnerstagnachmittag hervor, die der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vorliegt.

Wiegand betonte, dass dies in Halle erst umgesetzt werden könne, wenn eine rechtliche Grundlage bestehe. Am Samstag will sich die Landesregierung erneut beraten, wie weitere Lockerungen in Sachsen-Anhalt umgesetzt werden könnten. Am Wochenende hatte sich Ministerpräsident Reiner Haseloff mit seinem sächsischen Amtskollegen Michael Kretschmer (beide CDU) auf Lockerungen für Friseure, Kosmetiksalons, Museen und Bibliotheken, Kirchen und andere Gotteshäuser verständigt.