Halle (dpa/sa) - Mehrere Hundert Menschen haben am Montagabend bei einer AfD-Demonstration in Halle gegen die Corona-Maßnahmen demonstriert - begleitet von lauten Protesten: Etwa 500 Menschen schlossen sich dem Aufruf von Bündnis Halle gegen Rechts an, wie Polizeisprecher Ralf Karlstedt sagte. Der Versammlungsraum sei erweitert worden, dennoch seien Menschen gebeten worden, wieder zu gehen, schrieb das Bündnis auf Twitter. Bei der AfD-Kundgebung auf dem Hallmarkt zählte die Polizei etwa 300 Teilnehmer.

Ein Großaufgebot der Polizei begleitete die Demonstrationen. Nach Angaben des Polizeisprechers gab es keine Zwischenfälle oder größeren Verstöße gegen die Auflagen. Bei den Versammlungen galt sowohl Maskenpflicht als auch die Einhaltung von Sicherheitsabständen zwischen den Demonstranten. Immer wieder rief die Polizei auf, die Regeln einzuhalten.

Bei einer von einem Rechtsextremen angemeldeten Versammlung auf dem Markt nahmen nach Angaben der Polizei zwischen 30 und 50 Menschen teil. Etwa 100 Menschen protestierten bei einer Spontankundgebung auf dem Markt dagegen.

Die AfD-Kundgebung auf dem Hallmarkt hatte die Polizei als Versammlungsbehörde auf 200 Teilnehmer beschränken wollen. Das Verwaltungsgericht in Halle gab jedoch einem Eilantrag der Anmelder statt. Sie hatten für ihren Protest 300 Menschen angemeldet. Das Oberverwaltungsgericht bestätigte die Gerichtsentscheidung.

Vor etwa eineinhalb Wochen hatten in Leipzig auf einer "Querdenken"-Versammlung gegen die Corona-Einschränkungen Zigtausende Demonstranten stundenlang Abstandsregeln und Maskenpflicht missachtet. Es gab auch Gewalt, etwa gegen Polizisten und Journalisten. Im Nachgang musste sich die Polizei unter anderem dafür rechtfertigen, dass sie die Einhaltung der Auflagen nicht durchgesetzt hatte.

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