Magdeburg (dpa/sa) - Sachsen-Anhalts Kommunen haben das Angebot des Verkehrsministeriums rege genutzt und an der Neugestaltung des Landesradverkehrsnetz mitgewirkt. Zwischen dem 2. November und 11. Dezember seien über ein Online-Beteiligungsverfahren mehr als 900 Stellungnahmen von 155 Kommunen eingegangen, sagte ein Ministeriumssprecher der Deutschen Presse-Agentur. Damit hätten fast zwei Drittel der 247 aufgerufenen Kommunen mitgemacht. Hinzu kämen Hinweise und Ideen aus benachbarten Bundesländern, von Verbänden, dem ADAC und dem Allgemeinen Deutschen Fahrradclub.

Sachsen-Anhalt will das Wegenetz für mehr Radverkehr im Alltag deutlich ausbauen. Es soll lückenloser, sicherer und besser befahrbar werden. Für eine finale Ausarbeitung des aktuellen Entwurfs zum "Landesradverkehrsnetz 2020" setze das Ministerium auf die Mitarbeit des Akteure vor Ort, etwa bei der Routenwahl. Auch deshalb, weil der größte Teil der Infrastruktur in kommunaler Hand sei. Die hohe Zahl der Rückmeldungen zeige, welch Bedeutung die Planung eines solchen Radverkehrsnetzes für die Beteiligten habe.

Entstehen soll perspektivisch ein Netz von alltagstauglichen Radwegen, das Städte und deren Ortsteile sowie Dörfer verbindet - unter Berücksichtigung von Schul- und Verwaltungsstandorten und dem Bus-Bahn-Landesnetz, hieß es. Die Planung war im Dezember 2019 mit einer Bestandsaufnahme gestartet. Im ersten Entwurf ist den Angaben zufolge ein Radverkehrsnetz mit einer Gesamtlänge von fast 4500 Kilometern entstanden. Nun werde dieses Konzept unter Berücksichtigung der Ideen, Hinweise und Stellungnahmen überarbeitet. Im Februar 2021 will das Kabinett entscheiden.

Im Koalitionsvertrag hat die Landesregierung umfangreiche Maßnahmen zur Förderung des Radverkehrs mit dem Ziel verankert, neben dem touristischen Radverkehr auch den alltags- und freizeitrelevanten Radverkehr stärker zu bedienen.

Landesradverkehrsnetz 2020 in Sachsen-Anhalt