Pirna (dpa) - Wegen des Verdachts der Ausbeutung illegaler Arbeitskräfte hat die Bundespolizei in Sachsen-Anhalt und Thüringen mehrere Wohn- und Geschäftshäuser durchsucht. Insgesamt wurden bei Razzien seit dem frühen Dienstagmorgen 17 Objekte in Arnstadt, Erfurt, Ilmenau, Ichtershausen und Braunsbedra durchsucht, darunter auch eine Viehzuchtanlage, wie Christian Meinhold, Sprecher der zuständigen Bundespolizeiinspektion Pirna der Deutschen Presse-Agentur sagte. Der Einsatz war bis zum späten Vormittag noch nicht abgeschlossen.

Zwei Hauptverdächtige seien in Arnstadt festgenommen worden, es handele sich um ein Ehepaar. Sie sollen Arbeitskräfte aus Osteuropa eingeschleust, sie mit falschen Ausweisen versorgt und sie an Firmen verliehen zu haben. Dabei seien die Arbeiter offenbar mit Hungerlöhnen abgespeist worden, sagte Meinhold. Ihnen seien vom Lohn direkt vermeintliche Kosten für Transport, Unterkunft und Verpflegung abgezogen worden. Das Paar im Alter von 39 und 35 Jahren stamme aus der Ukraine. Zunächst hatte der Mitteldeutsche Rundfunk berichtet.

Das Paar wird verdächtigt, eine "übergeordnete Rolle" in dem Fall zu spielen. Die Frau und der Mann sollten am Dienstag und Mittwoch dem Haftrichter vorgeführt werden.

Wie die Bundespolizei weiter mitteilte, wurden in den Unterkünften mehr als 100 Personen angetroffen. Deren Ausweise und Aufenthaltsstatus würden überprüft. Die rund 800 Beamten suchten demnach auch parallel nach Beweismitteln. Den Angaben zufolge wurde in dem Fall bereits seit Herbst 2018 ermittelt.

Bericht des MDR

Tweet der Bundespolizei