Dessau-Roßlau (dpa/sa) - Rund 650 Künstler aus dem In- und Ausland gestalten das Dessauer Kurt Weill Fest unter dem Motto "Was sind Grenzen?". Dabei gehe es um persönliche, geografische wie auch gesellschaftliche Grenzen und ihre Überschreitungen, teilte die Intendanz zur Eröffnung des Festivals am Freitag mit. 53 Veranstaltungen sind in Dessau-Roßlau, Magdeburg, Halle und Wörlitz bis zum 15. März geplant.

Erwartet werden Künstler wie der Tenor Rolando Villazón, Thomas Quasthoff, der sich dem Abschied aus dem klassischen Liedgesang der Jazzmusik widme, die Schauspielerin Martina Gedeck sowie das Moka Efti Orchestra zum Abschlusskonzert. Es ist benannt nach einem der Berliner Tanzcafés der 1920er Jahre und bekannt aus dem Film "Babylon Berlin". Für das Festival wurde der Schauspieler und Chansonsänger Vladimir Korneev als Artist in Residenz gewonnen, im Vorjahr war es Musicalstar Ute Lemper.

Das Thema Grenzen sei in diesem Jahr vor dem Hintergrund von 30 Jahre Wiedervereinigung Deutschlands in diesem Jahr gewählt. Kurt Weill (1900-1050) habe in seinem Leben durch die von den Nazis erzwungene Auswanderung aus Deutschland Grenzen überschreiten müssen. Als Künstler habe er sich mit seiner Musik neuen Herausforderungen gestellt, sich selbst sei er dennoch stets treu geblieben, erklärte Intendant Jan Henric Bogen.

Der Komponist Kurt Weill Komponist wurde 1900 in Dessau als Sohn eines jüdischen Kantors geboren. Mit der Machtergreifung der Nazis ging er über Berlin und Paris in die USA. Am New Yorker Broadway wurde Weill mit seiner Musik zum Star. Sein bekanntestes Werk ist die Dreigroschenoper mit der Moritat von Mackie Messer. Weill starb 1950 in New York. In Dessau war er bis zum Mauerfall nahezu in Vergessenheit geraten. Nach 1990 wurde das Kurt Weill Fest ins Leben gerufen. 2019 zählte es nach Angaben der Organisatoren bereits mehr als 22 000 Besucher.

Programm Kurt Weill Fest