Magdeburg (dpa/sa) - In den Haushalten in Sachsen-Anhalt scheinen noch eine Menge D-Mark zu schlummern: In der Bundesbankfiliale Magdeburg wurden allein im vergangenen Jahr etwa 470 000 D-Mark abgeliefert und in Euro umgetauscht - das machte 240 000 Euro, wie die Bundesbank-Hauptverwaltung Bremen, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt in Hannover auf Nachfrage mitteilte. Rund 1700 Tauschgeschäfte seien es gewesen. Die Filiale in Magdeburg ist die einzige im Land. Manche Leute tauschen aber auch außerhalb der Landesgrenzen, etwa weil Leipzig näher liegt. Auch auf dem Postweg ist der Tausch möglich. Anfang 2002 löste der Euro die D-Mark ab.

Die Bundesbank-Mitarbeiter nehmen eine Abnahme der Umtauschvorgänge wie auch der jeweiligen Beträge wahr, hieß es. So seien 2009 im Schnitt noch rund 15 Leute pro Tag mit einer durchschnittlichen Umtauschsumme von etwa 400 D-Mark in die Filiale gekommen - insgesamt machte das mehr als 1,5 Millionen D-Mark aus. 2019 waren es noch 7 Tauschgeschäfte pro Tag im Schnitt mit je etwa 280 D-Mark. Der Unterschied zwischen 2018 und 2019 sei nicht sehr gravierend gewesen.

Mit welchen Summen die Umtauschwilligen bei der Bundesbank ankommen, ist sehr unterschiedlich, hieß es weiter. Manchmal seien es Kleinstbeträge, es gebe aber auch mal fünfstellige Summen. 2019 habe es zum Beispiel am oberen Ende einen Umtausch von fast 20 000 D-Mark gegeben, am unteren Ende sei es exakt eine D-Mark gewesen.

Unterschiede gibt es aber auch zwischen Ost und West, wie die Statistik der Deutschen Bundesbank zeigt. Während in Magdeburg durchschnittlich 280 D-Mark getauscht wurden, waren es in den niedersächsischen Filialen deutlich mehr: In Oldenburg und Osnabrück lag der Schnitt bei 450 D-Mark je Tausch, in Göttingen und Hannover bei etwa 550 D-Mark. Den in Magdeburg getauschten rund 470 000 D-Mark standen 2019 in der niedersächsischen Landeshauptstadt mehr als 3,1 Millionen D-Mark gegenüber.

"Ein schnelles Ende des Prozesses ist aufgrund der immer noch beachtlichen Restbestände an D-Mark nicht abzusehen, wenngleich eine weitere schleichende Verlangsamung zu erwarten ist", teilte ein Sprecher mit. Ende November 2019 waren nach Angaben der Deutschen Bundesbank Mark und Pfennig im Gesamtwert von fast 12,5 Milliarden D-Mark (6,4 Mrd. Euro) noch nicht umgetauscht.

Davon entfielen rund 5,8 Milliarden D-Mark auf Banknoten und rund 6,6 Milliarden D-Mark auf Münzen. Dies entspreche 165 Millionen Scheinen und mehr als 23 Milliarden Münzen. Die Bundesbank rechnet nicht damit, dass alle alten Scheine und Münzen zurückgegeben werden. Einiges dürfte verloren gegangen sein, vor allem Münzen. Der amtliche Umtauschkurs beträgt 1 Euro für 1,95583 D-Mark.

Alle getauschten D-Mark-Scheine und Pfennig-Stücke teilen dasselbe Schicksal: Sie werden vernichtet. Die Scheine kommen in die hauseigenen Schredderanlagen. Die Münzen werden entwertet und ins Altmetall gegeben.

Infos Deutsche Bundesbank zum Tausch von D-Mark in Euro