Magdeburg (dpa/sa) - Andreas Schmidt soll die SPD in Sachsen-Anhalt zusammen mit Juliane Kleemann in die Landtagswahl im kommenden Jahr führen. Der 49 Jahre alte Landtagsabgeordnete bekam in der Stichwahl der Mitgliederbefragung der Sozialdemokraten 55,3 Prozent der Stimmen. Sein Kontrahent in der Stichwahl, der frühere Verbandschef der Wohnungswirtschaft Jost Riecke, kam auf 40,4 Prozent. Insgesamt beteiligten sich bis zum Ende der Befragung am Freitagnachmittag 1422 der 3534 wahlberechtigten Genossen.

Schmidt dankte am Freitag den Mitgliedern und Mitbewerbern. Er trete den Posten in sehr bewegten Zeiten an, sagte der Abgeordnete, der für den Wahlkreis 38 in Halle im Landtag sitzt. "Wir erleben mit dem Anschlag auf das Büro unseres Genossen Doktor Karamba Diaby eine ganz neue Qualität im Land von Gewalt gegen die Demokratie", sagte Schmidt. Im Schaufenster vom Büro des Bundestagsabgeordneten von Halle Diaby waren am Mittwochmorgen Einschusslöcher entdeckt worden.

Innerhalb der SPD will sich Schmidt unter anderem für eine Stärkung der öffentlichen Infrastruktur, etwa im Gesundheitsbereich, einsetzen. Er unterstütze den Antrag des scheidenden Landesvorstandes, dem nach keine weiteren Krankenhäuser privatisiert werden sollen. Generell müsse die Politik "denen, die es schwer haben" zu einem besseren Leben verhelfen.

Die SPD Sachsen-Anhalt will als erster Landesverband eine Doppelspitze einsetzen. In der ersten Runde der Abstimmung hatten sich die Mitglieder bereits für Juliane Kleemann als weiblichen Part des neuen Führungsduos ausgesprochen. Der Landesparteitag in Aschersleben nächste Woche soll die beiden als Nachfolger von Burkhard Lischka wählen.

Kleemann gratulierte Schmidt am Freitag. "Ich freue mich drauf, wir sind eine gute Mischung", sagte die designierte Vorsitzende. Sie wohne im ländlichen Raum, er in der Stadt, sie komme aus dem Norden des Landes, er aus dem Süden. "Das wird spannend und sehr lebendig."

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