Magdeburg (dpa/sa) - Bei einer gewalttätigen Auseinandersetzung zwischen zwei Gruppen vor einer Shisha-Bar im Zentrum Magdeburgs sind in der Nacht zu Dienstag Schüsse gefallen. Die Beamten rückten nach Mitternacht mit schwer bewaffneten Kräften aus. "Noch vor dem Eintreffen der Polizei waren die meisten Tatbeteiligten vom Ereignisort geflüchtet", sagte ein Polizeisprecher am Dienstag. Hintergründe der Auseinandersetzungen waren laut Polizei zunächst unklar.

Rund 25 Menschen aus der Gruppe der Angegriffenen hätten ihre Personalien freiwillig kontrollieren lassen. Ein 44-Jähriger mit Schnittverletzung wurde behandelt, teilte die Polizei mit. Zunächst war unklar, ob er durch Schüsse verletzt worden war. Der Mann wurde vorläufig festgenommen.

Zu Beginn der Auseinandersetzung habe eine Gruppe von 15 Menschen mit Möbelstücken auf Gäste der Bar geworfen. Der Grund für die Randale war Dienstagmittag noch unklar. Bei der gewaltsamen Auseinandersetzung, fielen laut Zeugen auf beiden Seiten auch Schüsse, die Angreifer seien zudem mit Messern und Holzstöcken bewaffnet gewesen. "Hier ist eine hohe kriminelle Energie zu verzeichnen gewesen", sagte ein Polizeisprecher.

Die Beamten sperrten den Tatort weiträumig ab. Am frühen Dienstag untersuchte die Spurensicherung noch den Tatort. Gefunden wurden etwa Patronenhülsen und eine Schreckschusswaffe. Die Polizei hat für den Vorfall die Ermittlungsgruppe "Lounge" gegründet.

Am Dienstagmittag, knapp 12 Stunden nach dem Geschehen, war die große Hauptverkehrsader in der Magdeburger Innenstadt wieder belebt. Der Gehweg vor der Bar war bis zur Straße mit Flatterband abgesperrt. Dahinter erinnerten übereinander geworfene Rattansessel, Glassplitter und eine zerbrochene Lampe an das Geschehen der Nacht.

Tatortexperten des Landeskriminalamts waren auch am Mittag noch mit den Ermittlungen vor Ort beschäftigt. Zahlreiche Passanten beobachteten die Szene, doch stehen blieb keiner. "Da haben sie ja schön randaliert", murmelte einer im Vorbeigehen.