Magdeburg (dpa/sa) - In Sachsen-Anhalt haben Vertreter von Schülern, Lehrkräften und Eltern mit den Beratungen zum sogenannten Schulfrieden begonnen. Die Beteiligten stimmten sich am Donnerstag zu Terminen und Themen ab, wie ein Sprecher des Bildungsministeriums sagte. Moderiert werde der Austausch von Ex-Bundesbildungsministerin Johanna Wanka (CDU), die sich auch inhaltlich in die Gespräche einbringen werde. Wanka wohnt in Havelberg (Landkreis Stendal) und fühlt sich laut Landesregierung ihrer Wahlheimat verbunden.

Bildungsminister Marco Tullner und Ministerpräsident Reiner Haseloff (beide CDU) hatten den "Schulfrieden" ins Leben gerufen, nachdem eine Initiative mit ihrem Versuch gescheitert war, per Volksbegehren gesetzlich geregelte Personalschlüssel durchzusetzen. Sie hatten am Jahresanfang begonnen, Unterschriften zu sammeln und wurden durch die Corona-Einschränkungen gebremst. Statt den nötigen 163 000 Unterstützern konnten die Organisatoren um die Lehrergewerkschaft GEW und die Linkspartei letztlich nur 77 000 Unterschriften vorweisen.

Mit den Wanka-Gesprächen soll jetzt ermöglicht werden, dass die Interessensvertreter von Eltern, Lehrkräften und Schülerinnen und Schülern doch noch Einfluss auf die künftige Schulpolitik nehmen können. Neben dem drängenden Problem des Lehrkräftemangels und des Unterrichtsausfalls soll es auch um Schulstrukturen, Investitionen, Fragen der Bildungsqualität und Digitalisierung gehen, wie ein Sprecher des Bildungsministeriums weiter sagte.

Zunächst sind Gesprächsrunden bis Februar vereinbart. Das nächste Treffen ist für Anfang Dezember geplant.