Erfurt (dpa) - Die Textil- und Bekleidungsindustrie in Ostdeutschland hat erfolgreich Marktnischen besetzt. Die mittelständisch geprägte Branche verdiene ihr Geld inzwischen zu 90 Prozent mit Textilien, vielfach technischen Textilien, sagte der Geschäftsführer der Nord-Ostdeutschen Textil- und Bekleidungsindustrie, Jenz Otto, am Dienstag am Rande einer Mitgliederversammlung in Erfurt. Dazu gehörten Textilien für die Autoindustrie, solche mit Flammenschutzfunktion oder mit Zusatzfunktionen wie eingewebten Sensoren.

Der Jahresumsatz der Branche mit nach Schätzungen rund 350 Firmen in Ostdeutschland lag im vergangenen Jahr bei 1,87 Milliarden Euro. 44 Prozent der Erlöse stammten aus dem Export. Beschäftigt werden laut Otto 16 000 Menschen. Textilhochburgen seien traditionell Sachsen und Thüringen. In diesen beiden Bundesländern haben laut Verband sechs Textilforschungsinstitute ihren Sitz. Zu schaffen machten den Betrieben hohe Energiekosten in Ostdeutschland. "Diese Kosten sind ein riesiges Problem", sagte Otto.

Verband der Nord-Ostdeutschen Textil- und Bekleidungsindustrie