Magdeburg (dpa/sa) - Sommerloch bei Bufdis: Im Juli haben sich weniger Sachsen-Anhalter im Bundesfreiwilligendienst engagiert als im Jahresdurchschnitt. Wie das Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben mitteilte, übernahmen im Juli durchschnittlich 1863 Männer und Frauen im Land freiwillig soziale, ökologische oder kulturelle Aufgaben. Im Jahr 2018 waren es monatlich im Schnitt 2107 Helfer. Der Startzeitpunkt und die Länge für das Engagement ist den Angaben nach je nach Einsatzstelle verschieden.

"In der Tat gibt es über das Jahr verteilt eine Wellenbewegung", sagte der Sprecher des Bundesamts, Peter Schloßmacher, in Köln. Es habe sich eingependelt, dass im August, September und Oktober die meisten Menschen mit einem Bundesfreiwilligendienst beginnen würden. Die Monate zuvor gebe es eher eine Flaute.

Die Gründe dafür seien unterschiedlich, erklärte Schloßmacher. Bei jungen Menschen könne es daran liegen, dass sie nach ihrer Schulzeit gern eine Auszeit nehmen würden, bevor sie sich anschließend - ab Herbst - als Bufdi engagieren möchten. Andere stellten möglicherweise aber auch erst später fest, dass der ab Oktober angestrebte Studienbeginn wegen zu schlechter Noten doch noch um ein halbes Jahr verschoben werden müsste. Die Wartezeit überbrückten sie als Bufdi.

Außerdem seien die Sommermonate generell beliebte Urlaubszeiten, sagte Schloßmacher. Einige Bufdis würden im August beginnen, aber ihren Dienst nicht nach exakt zwölf Monaten beenden, sondern in Absprache mit der Einsatzstelle verkürzen, um im Sommer des Folgejahres ein wenig frei zu haben.

Nicht nur junge Menschen nutzten nach der Schulzeit oder vor dem Beginn eines Studiums die Zeit für einen Bundesfreiwilligendienst. In Sachsen-Anhalt gebe es aber auch überproportional viele ältere Menschen, die sich freiwillig für das Allgemeinwohl einsetzten, hieß es. Im Juli engagierten sich demnach 41 Frauen und 50 Männer, die älter als 65 Jahre alt waren. In Bremen tat dies im Juli kein einziger. In Hamburg war nur ein Älterer als Bufdi engagiert, in Schleswig-Holstein waren es drei. Die meisten älteren Bufdis gab es im Juli in Sachsen - 135 Menschen, die über 65 Jahre waren, engagierten sich dort.

Der Bundesfreiwilligendienst ist ein Angebot an Frauen und Männer jedes Alters, die sich jenseits von Beruf und Schule für das Allgemeinwohl engagieren möchten. Unter anderem gibt es Stellen im sozialen, ökologischen und kulturellen Bereich, im Sport, bei der Integration und im Zivil- und Katastrophenschutz. In der Regel dauern die Einsätze zwölf Monate, können aber auch verkürzt oder verlängert werden. Die Bufdis erhalten im Gegenzug ein Taschengeld, einen Freiwilligenausweis, ein Zeugnis sowie kostenlose Seminare und eine umfangreiche Betreuung.

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