Stendal (dpa/sa) - Nach der unerlaubten Impfung von mehr als 300 Polizisten im Landkreis Stendal zieht Landrat Patrick Puhlmann (SPD) Konsequenzen: Ab kommender Woche übernimmt der Landrat, der nach eigenen Angaben nichts von den Impfungen wusste, bis auf Weiteres die Leitung des Impfzentrums vom Ersten Beigeordneten Sebastian Stoll (CDU), wie der Kreis auf einer Pressekonferenz am Dienstag mitteilte. Grund sei, dass die Impfverordnung nicht eingehalten wurde, sagte eine Sprecherin auf Anfrage.

Vorige Woche hatte es Kritik an einem Feldversuch des Landkreises gegeben, bei dem Mitte Januar 330 Polizisten geimpft worden waren. Die Landesregierung hatte das kritisiert, da Polizisten nicht zur ersten Prioritätsgruppe gehören. Auch Puhlmann hatte sich von dem Versuch, bei dem Impfungen großer Gruppen jenseits der Impfzentren geprobt werden sollten, distanziert.

Auch im Stendaler Johanniter-Krankenhaus soll es bei der Impfvergabe Unregelmäßigkeiten gegeben haben. Es seien bereits Mitarbeiter der Krankenhausverwaltung geimpft worden, teilte eine Sprecherin des Krankenhauses auf Nachfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. "Sehr wenige Mitarbeiter, die formal zum Bereich Verwaltung gehören, sind geimpft worden."

Nach der Einteilung der Ständigen Impfkommission gehören zur ersten Priorisierungsgruppe im Bereich medizinisches Personal nur Mitarbeiter der Notaufnahmen, der medizinische Betreuung von Covid-19-Patienten und der Rettungsdienste.

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