Halle (dpa/sa) - Die Unternehmen im Süden Sachsen-Anhalts schauen pessimistischer in die Zukunft. Vor allem in der Industrie trübte sich die Stimmung laut einer aktuellen Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) Halle-Dessau erneut ein. Zwar bewertet die Branche ihre Lage in den ersten drei Monaten des Jahres weiter als gut, wie die Kammer am Dienstag mitteilte. Für die Zukunft rechne sie allerdings mit sinkenden Absatzzahlen.

Wenn Sachsen-Anhalt ein Industrieland bleiben wolle, müsse die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen gestärkt werden, kommentierte IHK-Geschäftsführer Thomas Brockmeier. Der Braunkohleausstieg bedrohe die preiswerte und stabile Energieversorgung. Der Süden des Landes ist vom Kohle-Aus besonders betroffen. Im Burgenlandkreis sitzt der Braunkohleförderer Mibrag.

Auch bei den Dienstleistern sowie den Speditions- und Logistikunternehmen kühlte die Stimmung in der aktuellen Konjunkturumfrage ab. Unerwartet positiv seien die Signale dagegen beim Einzelhandel: Gestiegene Tariflöhne, ein stabiler Arbeitsmarkt und niedrige Zinsen kurbelten die Kauflaune der Verbraucher an, hieß es. Davon profitierten auch viele Autohändler im Süden. Auch im Baugewerbe hält die Hochstimmung dank hoher Nachfrage weiter an.

Aktuelle Mitteilung zur Konjunkturumfrage der IHK Halle-Dessau