Magdeburg (dpa/sa) - Das Handwerk in Sachsen-Anhalt bewertet seine Lage nach dem Corona-Schock im Frühjahr wieder besser. Mehr als die Hälfte der Betriebe beurteilte in einer Umfrage der Handwerkskammer Magdeburg die aktuelle Lage als gut, wie aus der am Dienstag veröffentlichten Herbst-Konjunkturumfrage der Kammer hervorgeht. Nur 10 Prozent berichteten demnach von einer schlechten Lage. Der Geschäftsklimaindikator, der auch die Erwartungen der Betriebe berücksichtigt, stieg von 67 Punkten im Frühjahr auf nun 87 von 100 möglichen Punkten.

Die Corona-Einschränkungen hätten vielen Handwerkern dennoch nachhaltig geschadet, so die Kammer. "Der Lockdown hat einige Betriebe hart getroffen und den Umsatz komplett wegbrechen lassen", sagte Kammerpräsident Hagen Mauer. "Die fehlenden Umsätze sind in der Regel nicht mehr zu erwirtschaften." Das habe besonders hart etwa den Messebau, Friseure oder Akustiker getroffen. "Angesichts steigender Infektionszahlen muss ein gemeinsames Bewusstsein für den dringenden Handlungsbedarf gefunden werden", forderte Mauer.

Wichtig sei außerdem eine gute Balance zwischen Gesundheitsschutz und der Aufrechterhaltung des wirtschaftlichen und öffentlichen Lebens. Mauer begrüßte die Bemühungen der Politik, einen Lockdown zu verhindern. "Zu Recht liegen die angekündigten Schritte zur Eindämmung des Infektionsgeschehens im privaten Bereich", so Mauer.

Eine Stütze des Handwerks ist weiter die Baubranche, die auch während der Pandemie relativ normal arbeiten konnte. 73 Prozent der Betriebe im Bauhandwerk sprachen von einer guten Geschäftslage, die Auftragsbücher seien für den Rest des Jahres gut gefüllt. Die Kammer vertritt als eine von zwei Handwerkskammern in Sachsen-Anhalt 12 049 Betriebe mit rund 67 500 Mitarbeitern.