Halle/Magdeburg (dpa/sa) - Zwei Tage vor der nächsten Verhandlungsrunde für die Gehälter im öffentlichen Dienst haben Hunderte Beschäftigte in Sachsen-Anhalt ihre Arbeit niedergelegt. Die Gewerkschaften Verdi und GEW hatten zu den Warnstreiks aufgerufen. Rund 500 Beschäftigte beteiligten sich nach Gewerkschaftsangaben an dem Protest in Halle.

"Das war eine vernünftige Aktion", sagte die Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, Eva Gerth, der Deutschen Presse-Agentur. "Es ist klar geworden, worum es uns geht und dass das Angebot der Arbeitgeber eigentlich keines ist." In Halle und Magdeburg schlossen wegen des Streiks unter anderem mehrere Kitas. Sie habe Verständnis, dass die Aktion daher etwa für Eltern von Kita-Kindern eine Belastung gewesen sei. Die Gewerkschaften hätten aber auf die Lage der Beschäftigten aufmerksam machen müssen.

Mit den Warnstreiks wollen die Gewerkschaften den Druck auf die Arbeitgeber in den laufenden Verhandlungen für Beschäftigte im Öffentlichen Dienst bei den Kommunen und im Bund erhöhen. Die Arbeitgeber hatten für die rund 2,5 Millionen Beschäftigten insgesamt 3,5 Prozent mehr Lohn und Gehalt in drei Jahresstufen angeboten.

Die Gewerkschaften fordern bei einer einjährigen Laufzeit ein Lohn- und Gehaltsplus von 4,8 Prozent, mindestens aber 150 Euro mehr im Monat für Erzieherinnen und Erzieher, Busfahrer, Müllwerker, Rathausmitarbeiter und zahlreiche andere Angestellte. An diesem Donnerstag und Freitag soll in dritter Runde weiter verhandelt werden.

In Magdeburg beteiligten sich nach Gewerkschaftsangaben etwa 250 Arbeitnehmer an dem Streik. "Natürlich hätten wir uns über ein paar mehr gefreut", sagte Gewerkschaftssekretärin Katrin Flügel am Mittwochnachmittag der Deutschen Presse-Agentur. Angesichts des Regenwetters und der Herbstferien sei sie mit der Beteiligung dennoch zufrieden. Neben Mitarbeitern von Bürgerämtern, Kitas und Wertstoffhöfen aus Magdeburg seien auch Kollegen aus Halberstadt und dem Harz zu der Aktion in die Landeshauptstadt gereist.