Halle (dpa/sa) - Die Martin-Luther-Universität in Halle beteiligt sich an einem Forschungsprojekt zu Adoption und Inzest nach dem Zweiten Weltkrieg. Die Forscher wollen herausfinden, wie sich das Bild von Verwandtschaftsverhältnissen im Lauf der Zeit gewandelt hat. Für das im September gestartete Projekt gibt es 403 000 Euro von der Deutschen Forschungsgemeinschaft, wie die Universität am Mittwoch mitteilte. Durchgeführt werden die Untersuchungen gemeinsam mit der Ruhr-Universität in Bochum.

Ins Zentrum ihrer Forschung rücken die Historiker zum einen Adoptionen, bei denen kein biologisches Abstammungsverhältnis zwischen Eltern und Kind besteht. Inzest dagegen definieren die Wissenschaftler als die sexuelle Beziehung zwischen biologisch Verwandten. Sowohl Adoptionen als auch Inzest galten seinerzeit als problematische Verwandtschaftsverhältnisse, hieß es. Die Forscher wollen zeigen, wie sich die Entwürfe von Verwandtschaft und das Familienleben im Lauf der Zeit wandelten - und was politisch und im Privatleben als normal galt.

Mitteilung der Martin-Luther-Universität