Halberstadt (dpa/sa) - Mehrere unter Quarantäne stehende Bewohner der zentralen Erstaufnahme für Asylbewerber in Sachsen-Anhalt (Zast) in Halberstadt sind von Polizisten auf einem Feldweg an der Autobahn 36 aufgegriffen worden. Insgesamt wurden acht Menschen am Montagmorgen erwischt, wie die Polizei mitteilte. Sechs von ihnen sollten sich eigentlich in der Zast in Quarantäne befinden. Ein weiterer Mann war bereits am Sonntag nach Magdeburg verlegt worden. Wie die Menschen aus Albanien und Georgien auf den Feldweg kamen, war zunächst unklar. Gegen sie wurden Ermittlungen wegen des Verstoßes gegen das Infektionsschutzgesetz eingeleitet. Alle wurden nach Halberstadt in die Zast gebracht.

Die Bewohner der Zast stehen derzeit unter Quarantäne. Ende März hatte ein Bewohner das Coronavirus in der Zast verbreitet. Mittlerweile gibt es Dutzende Infizierte, die in andere Einrichtungen nach Magdeburg und Quedlinburg verlegt werden. Über Ostern kam es zudem unter anderem wegen der aus Sicht einiger Bewohner schlechten Essenssituation und wegen Problemen mit dem Internet zu Auseinandersetzungen in der Zast. Aktivisten hatten anschließend Kritik an der Situation in der Sammelunterkunft geäußerten und forderten unter anderem eine dezentrale Unterbringung der Asylbewerber. Die Behörden lehnten dies ab. Am Wochenende versammelten sich daher Menschen unter strengen Auflagen zu einer Demonstration in Halle.