Teutschenthal (dpa/sa) - Eine Woche nach dem Unglück in der Grube Teutschenthal ist die Erforschung der Ursache noch nicht abgeschlossen. Eine der Verletzten ist zudem noch im Krankenhaus. Der 44 Jahre alte verletzte Bergmann sei weiterhin in ärztlicher Behandlung, teilte das Unternehmen GTS am Freitag mit. Wann der Mann das Krankenhaus verlassen könne, sei noch nicht entschieden.

In der früheren Bergbaugrube war es am 8. November zu einer Verpuffung in 700 Meter Tiefe gekommen. Der 44-Jährige wurde dabei schwer, ein 24 Jahre alter Kollege leicht verletzt. Der Jüngere konnte vor einigen Tagen die Klinik verlassen. Mehr als 30 Bergleute mussten nach dem Unglück in Sicherheitsräumen ausharren. Sie wurden von der Grubenwehr gerettet und blieben unverletzt.

Seit Montag wird in Teilen der Grube wieder gearbeitet. Parallel dazu suchen verschiedene Experten nach der Ursache für das Unglück. Das Unternehmen richtete eine eigene Untersuchungskommission ein. Auch die Kriminalpolizei und das Landesamt für Geologie und Bergwesen sind in die Aufklärung des Vorfalls involviert. Kommende Woche solle es eine weitere Erkundungsfahrt geben, kündigte GTS an. Wann die Untersuchungen abgeschlossen sind, ist demnach derzeit unklar.

In Teutschenthal wurden früher unterirdische Vorkommen von Kali und Steinsalz abgebaut. Inzwischen wird das Bergwerk genutzt, um Müll und Filterstaub darin zu lagern. So soll auch die Stabilität der Grube gesichert werden. Die Unternehmung ist umstritten.

Anwohner wehren sich seit Jahren gegen die Müllablagerungen, weil es immer wieder zu Geruchsbelästigung kommt. Die Behörden machten Auflagen, der Streit kam vor Gericht. Zuletzt hatte das Oberverwaltungsgericht in Magdeburg im Sommer entschieden, dass eine stinkende Müllkippe im Freien geschlossen werden muss.

Anwohner kritisieren weiterhin den Betrieb. "Wir wissen bis heute nicht vollumfänglich, welche Stoffe wieder an die Tagesoberfläche gelangen", teilte eine Bürgerinitiative am Freitag mit. Die Lagerung von Giftmüll sei eine Gefahr für Mensch und Natur, da das Salz nicht vor Wassereinbrüchen schütze. Die Initiative forderte, in die Grube künftig nur noch mit ungefährliche Stoffe zu füllen.