Magdeburg (dpa/sa) - Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) warnt vor einem hohen Ansteckungsrisiko für Lehrer und Schüler von Berufsschulen. Wegen der vielen Abschlussklassen seien dort derzeit besonders viele Schüler und fast alle Lehrer im Präsenzunterricht, teilte Malte Gerken von der GEW am Donnerstag mit. Die Abstands- und Hygieneregeln seien so "keineswegs zu gewährleisten". Außerdem hätten viele Schülerinnen und Schüler weite Anreisen, zum Teil über Landesgrenzen hinweg.

Wegen der Corona-Pandemie hatte Sachsen-Anhalt die Schulen nach den Weihnachtsferien größtenteils geschlossen, mit Ausnahme der Abschlussklassen. Da die Ausbildung an den Berufsschulen nur zwei bis drei Jahre dauert, ist der Anteil an Abschlussklassen dort höher als etwa an Gymnasien, wo einem Abschlussjahrgang sieben Klassenstufen gegenüberstehen, die derzeit im Fernunterricht sind.

Die Schulen würden die Vorgaben des Bildungsministeriums unterschiedlich interpretieren, sagte Gerken. Der Gewerkschafter forderte daher, die Einhaltung der Vorgaben zu kontrollieren und den Distanzunterricht auszuweiten. "Dies dient dem Schutz der Schüler*innen, der Lehrkräfte und letztlich auch der Betriebe."