Wittenberg/Magdeburg/Halle (dpa/sa) - Das Reformationsfest in der Lutherstadt Wittenberg hat am Samstag vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie und eines reduzierten Programms kaum Menschen angelockt. Zu den Festgottesdiensten in der Schloss- und Stadtkirche waren nur wenige Besucher gekommen. Auch in der Innenstadt waren kaum Menschen unterwegs. Das historische Marktspektakel - sonst Anziehungspunkt für Gäste aus Nah und Fern - war wegen stark steigender Infektionszahlen abgesagt worden.

Martin Luther (1483-1546) hatte der Überlieferung nach in Wittenberg am 31. Oktober 1517 seine 95 Thesen gegen den Ablasshandel an die Tür der Schlosskirche geschlagen. Das Ereignis gilt als Auslöser der weltweiten Reformation in Kirche und Gesellschaft.

Im ganzen Land hatten evangelische Christen am Samstag den Reformationstag gefeiert. Er ist in Sachsen-Anhalt und in weiteren acht Bundesländern ein Feiertag. Überall seien die Festprogramme zuvor wegen Corona reduziert und strikte Infektionsschutzkonzepte erarbeitet worden. Geplante Veranstaltungen seien kurzfristig ins Internet "verschoben" worden, etwa die Orgel-Wandel-Wander-Tour in Halle. Anstatt des Musikgenusses vor Ort soll es nach Angaben des Evangelischen Kirchenkreises Halle-Saalkreis Online-Konzerte geben.

In Magdeburg wurden unter anderem Gottesdienste in der Johanniskirche und im Dom gefeiert. "Die Zahl der Anwesenden war mit denen des Vorjahres nicht vergleichbar", sagte der Sprecher der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland, Friedemann Kahl. "Viele Menschen haben sich auch selbst beschränkt und auf ein Kommen verzichtet." Auch Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) hatte Kahl zufolge seine Teilnahme am Festgottesdienst im Magdeburger Dom abgesagt. Landesbischof Friedrich Kramer hatte in Bebertal (Bördekreis) und Querfurt (Saalekreis) gepredigt.

Der Kirchenpräsident der Evangelischen Landeskirche Anhalts, Joachim Liebig, hat in der Martinskirche Bernburg (Salzlandkreis) zu den Gläubigen gesprochen und Ehrenamtliche ausgezeichnet. Zu einem Freiluftgottesdienst in Wolfen-Nord waren laut Kirchensprecher Johannes Killyen etwa 80 Menschen gekommen.

Reformationstag Evangelische Kirche in Mitteldeutschland

Reformationstag Evangelische Landeskirche Anhalts