Dessau-Roßlau (dpa/sa) - Nur drei Frauen stehen auf dem Vorschlag des CDU-Parteivorstands für die Liste zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt auf den ersten 20 Plätzen - das sorgt nun auch für Kritik aus der Bundespolitik. "Die Listenaufstellung zeigt, dass die bestehenden Verfahren unzureichend sind", sagte die Bundesvorsitzende der Frauen-Union, Annette Widmann-Mauz, dem "Spiegel". "Wollen wir attraktiver für Frauen werden, müssen wir festgefahrene Strukturen überwinden". Dazu brauche es "klare und verbindliche Regelungen in der Satzung", sagte die Bundestagsabgeordnete.

Derzeit sitzen nur zwei Frauen für die CDU im Landtag in Magdeburg - und 28 Männer. Am Samstag soll ein Parteitag in Dessau-Roßlau die Kandidatinnen und Kandidaten für die Landtagswahl im Juni aufstellen. Schon der Landesverband der Frauen-Union hatte die Männerlastigkeit des Listenvorschlags kritisiert. "In keinem anderen Landesvorstand der CDU ist der Kampf um die Besetzung von Frauen so kräftezehrend wie in Sachsen-Anhalt", teilte die Landeschefin der Frauen-Union, Sabine Wölfer, vor wenigen Tagen mit Blick darauf mit.

Generalsekretär Sven Schulze hatte hingegen angeführt, dass die Liste nicht nach Frauen-, sondern nach Regionalquoten aufgestellt wird. "Auch in dieser Woche haben wir noch konstruktive Gespräche mit Vertreterinnen der Frauen-Union geführt", sagte er der Deutschen Presse-Agentur.

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