Magdeburg (dpa/sa) - In Sachsen-Anhalt ist die Zahl der Schüler und Lehrkräfte, die sich vorsorglich in Corona-Quarantäne befinden, erneut gestiegen. Am Freitag waren knapp 635 Lehrerinnen und Lehrer auf behördliche Anordnung zuhause, wie ein Sprecher des Bildungsministeriums der Deutschen Presse-Agentur sagte. Das waren gut zehn Prozent mehr als vor einer Woche.

Ähnlich entwickelte sich die Zahl der Corona-Verdachtsfälle bei Schülerinnen und Schülern: Knapp 6130 Jugendliche waren laut Ministerium am Freitag in Quarantäne, 640 beziehungsweise elf Prozent mehr als vor einer Woche. Davor hatte sich die Zahl der Quarantäne-Fälle bei den Schülern binnen sieben Tagen noch verdoppelt und von Ende Oktober auf Anfang November sogar verdreifacht.

Insgesamt 90 Schulen waren wegen Corona-Fällen entweder komplett geschlossen oder zumindest im Unterrichtsbetrieb stärker eingeschränkt. Eine Woche zuvor waren noch 51 der landesweit 941 allgemeinbildenden und Berufsschulen betroffen.

Bildungsminister Marco Tullner (CDU) bekräftigte erst am Donnerstag im Landtag, dass er die Schulen im möglichst regulären Betrieb offenhalten wolle. Er argumentierte mit dem Recht auf Bildung und der hohen Bedeutung sozialer Kontakte für den Lernerfolg. Zuletzt hatte das Ministerium schon die Regeln für den Schulbetrieb verschärft. So muss auf jedem Schulgelände ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden, außer im eigentlichen Unterricht. Eine Maskenpflicht im Klassenzimmer lehnt Tullner als unzumutbar ab. Die oppositionelle Linke fordert sie hingegen, um das Ansteckungsrisiko zu minimieren.