Vorstellungen

„Rigoletto“-Premiere am Freitag, 10. August

● weitere Vorstellungen am 11., 17., 18., 24. und 25. August, jeweils um 19.30 Uhr (Einlass 18.45 Uhr) auf dem Innenhof von Schloss Wernigerode; Ausweichspielstätte: Fürstlicher Marstall

Nachmittagsvorstellung am 20. August, 15 Uhr (Einlass: 14.30 Uhr) im Marstall

Wernigerode l Für ihn ist Rigoletto nichts Neues. Die Hauptrolle der Schlossfestspiele-Oper kennt Johannes Beck aus seinem Stammtheater in Thüringen. „Das Schönste an der Figur: Ich kann mich einfach fallen lassen – Rigolettos Charakter zieht mich auf der einfach in einen Strudel der Gefühle“, schwärmt der 49-jährige Bariton.

Dennoch werde die Inszenierung auf dem Wernigeröder Schlosshof ganz anders als die, die er aus Gera und Altenburg kennt. „Unser Regisseur Oliver Klöter legt viel Wert auf menschliche Regungen und konzerntriert sich sehr auf kleine Details“, sagt der Österreicher. Ob der Rigoletto deshalb seine Lieblingsrolle ist? „Das vermag ich nicht zu beantworten. Ich identifiziere mich immer am meisten mit meiner aktuellen Figur“.

Hauptrolle bei Oper als Sommerurlaub

An der Arbeit in Wernigerode fasziniert den erfahrenen Sänger „das junge, internationale Team“. Mit ihren unterschiedlichen Hintergründen und vielfältigen Einflüssen sorgten die Opernsänger, die während der Schlossfestspiele gemeinsam an der Villa Russo wohnen, für eine „erfrischende Abwechslung“ zu Becks Alltag an seinem Stammtheater. „Insofern ist Wernigerode mein Sommerurlaub – trotz Hauptrolle“, schmunzelt Beck, der Frau und Hund mit in den Harz gebracht hat. Ende August geht es für ihn zu einem Konzert nach Österreich, bevor in Gera die Proben für die Operette „Der Vogelhändler“ beginnen.

Die Hitzewelle in Wernigerode erinnere ihn an den Sommer in seiner Heimat Eisenstadt im Burgenland ganz im Osten Österreichs. Von dort aus zog es Beck mit 16 Jahren nach Graz, um dort an der Musikhochschule Gesang zu studieren. Nach zwei weiteren Ausbildungsjahren in den USA – an der Baylor University in Waco und an der Juilliard School in New York – zog es den Bariton zurück nach Europa. Über das Opernstudio in Zürich und die Bayerische Staatsoper in München und die Kölner Oper fand er schließlich den Weg nach Thüringen.

„Inzwischen leben ich fast 25 Jahre in Deutschland und fühle mich immer noch pudelwohl“, sagt Beck. Vor der Rigoletto-Premiere am morgigen Freitag auf dem Wernigeröder Schloss sei er trotz all der Erfahrung „ein bisschen aufgeregt“. „Aber die ist nicht hinderlich, sondern wirkt beflügelnd.“