Fußball

Abschied einer Legende: Christian Beck bekommt beim 1. FC Magdeburg keinen neuen Vertrag

148 Tore erzielte Christian Beck seit Januar 2013 in 318 Pflichtspielen für den 1. FC Magdeburg. Im Sommer werden sich die Wege der Club-Ikone und des Vereins aber trennen.

Von Kevin Gehring

Magdeburg - Die Nachricht verbreitete sich am Mittwoch wie ein Lauffeuer in den sozialen Medien: Christian Beck bekommt beim 1. FC Magdeburg keinen neuen Vertrag, muss den Drittligisten im Sommer nach insgesamt achteinhalb Jahren verlassen. Eine – wenn nicht sogar die größte – Vereins-Ikone nach der Wende verlässt die Blau-Weißen.

„Ich bin traurig, dass die Entscheidung so gefallen ist“, kommentiert der 33-Jährige seinen Abgang in der Vereinsmitteilung. Vielen FCM-Fans geht es ähnlich. Immerhin hat der Angreifer das Gesicht der Elbestädter im vergangenen Jahrzehnt geprägt wie kein zweiter.

Im erlesenen Kreis der FCM-Torjäger

Seit sich der Stürmer im Januar 2013 aus der Vereinslosigkeit heraus dem damaligen Regionalligisten angeschlossen hatte, erlebte er mit dem FCM ein kleines Fußball-Märchen, das 2018 in der Drittliga-Meisterschaft und dem Aufstieg in die 2. Bundesliga gipfelte. 318 Pflichtspiele absolvierte Beck bisher für Blau-Weiß, reiht sich mit 148 Treffern hinter Achim Streich (223) und Jürgen Sparwasser (187) auf Platz drei der ewigen Torschützenliste des Vereins ein. „Ich hatte achteinhalb wunderschöne Jahre beim FCM“, resümiert der Angreifer rückblickend. „Ich werde den FCM immer im Herzen tragen und dem Verein verbunden bleiben.“

Diese Entscheidung „ist uns auch emotional sehr schwergefallen“, versichert Sportdirektor Otmar Schork und verweist als Grund für die Trennung auf „rein sportliche Gründe“. Denn so groß Becks Verdienste für die Elbestädter in den vergangenen Jahren gewesen sein mögen, in der laufenden Spielzeit kam der gebürtige Erfurter nur noch seltener als in den Vorjahren zum Zug. Insbesondere nach dem Trainerwechsel zu Christian Titz, der gegenwärtig und zukünftig einen anderen Spieler in vorderster Front favorisiert. „Mit Kai Brünker haben wir für die kommende Runde bereits einen Strafraumstürmer unter Vertrag“, erklärt der Cheftrainer. Deshalb suche der Drittligist „auf dieser Position noch ein anderes Element“.

Entscheidung spaltet die Gemüter

Bei vielen Anhängern stößt das bitter auf. Schließlich hatte sich der Angreifer mit seinen vielen Toren in den vergangenen achteinhalb Jahren häufiger in den Fokus anderer Vereine gespielt – doch Beck hielt dem FCM stets die Treue. Selbst nach dem Abstieg aus der 2. Bundesliga, in der der 1,96-Meter-Hüne mit immerhin 16 Scorer-Punkten glänzen konnte, blieb er. Dass eben jene Treue nach Becks erster Saison ohne zweistellige Torausbeute von Vereinsseite nicht in Form einer Verlängerung zurückgegeben wird, spaltet die Gemüter unter den Anhängern.

Von der „sportlich richtigen Entscheidung“ bis hin zu „schämen sollte sich der Verein“ ist die Resonanz breit gefächert. Beck selbst scheint sich mit dem Abschied abgefunden zu haben, nur einen Punkt bedauert er besonders: „Schade ist, dass wegen der Corona-Pandemie momentan keine Zuschauer im Stadion sein können und ich mich nicht von ihnen verabschieden kann.“ Ein Abschied für immer soll es ohnehin nicht sein. Wie der FCM erklärte, werde man dem Torjäger nach seiner aktiven Zeit einen Posten im Verein anbieten.