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Bertram und Atik: 1. FC Magdeburg geht in Meppen nächsten Schritt zum Klassenerhalt

Eine Serie des 1. FC Magdeburg ist im Emsland gerissen: Nach fünf Spielen ohne Gegentor musste Morten Behrens erstmals wieder hinter sich greifen. Am Ende jubelten die Elbestädtern trotzdem, feierten einen 2:1 (0:0)-Erfolg beim SV Meppen und blieben zum achten Mal in Serie unbesiegt.

Von Kevin Gehring
Baris Atik war wieder glänzender Magdeburger, bereitete den ersten Treffer vor uns traf wenig später selbst. imago images

Meppen. Schon mit seiner Aufstellung sorgte FCM-Cheftrainer Christian Titz gestern Abend für eine Überraschung. Nicht etwa Brian Koglin als letzter verbliebener Innenverteidiger startete zu Gast im Emsland für den gelb-rot gesperrten Alexander Bittroff. Stattdessen rutschte Offensivspieler Florian Kath neu in die Startelf und Titz baute um. Adrian Malachowksi spielte an der Seite von Tobias Müller, Koglin saß zunächst auf der Bank.

Doch es startete brenzlig für Malachowski und die FCM-Defensive. Nach nur sieben Minuten war Schlussmann Morten Behrens in höchster Not gefordert, parierte erst am Boden gegen René Guder und packte anschließend sicher zu. Wenig später fing er einen Kopfball von Florian Egerer sicher. Die Gäste kamen derweil nach einem Freistoß von Baris Atik erstmals in die gefährliche Zone, doch traf Thore Jacobsen den Ball nicht richtig (11.).

Härte bestimmt das Geschehen

Viel mehr als Torraumszenen bestimmten Foulspiele die Anfangsphase. So waren nach einer Viertelstunde schon Meppens Nicolas Andermatt (1.) und Magdeburgs Dominik Ernst (12.) verwarnt. Für den FCM-Verteidiger war es die zehnte gelbe Karte der Saison, er wird zum Abschluss der englischen Woche im Heimspiel gegen den VfB Lübeck (Sonntag, 13 Uhr) somit fehlen.

Ansonsten neutralisierten sich beide Seiten schon im Mittelfeld, so dass das Spielgerät nur selten ins letzte Drittel kam. Eine seltene Ausnahme war in der 32. Minute als Ernst von rechts flankte, doch behinderten sich Kai Brünker und Sören Bertram im Zentrum gegenseitig. Ernst lebte nach seiner Verwarnung auf der rechten Außenbahn gefährlich, so dass Titz schon nach einer guten halben Stunde Henry Rorig in die Partie brachte (35.).

FCM stellt in der Pause um

Ohnehin war der Magdeburger Coach unzufrieden mit dem Auftritt in der ersten Hälfte, kritisierte immer wieder lautstark das zu langsame Aufbauspiel aus der Abwehr heraus. Kurz vor der Pause parierte Behrens glänzend und verhinderte den Einschlag, als Mike Steven Bähre nach Kombination über links direkt abzog (42.). Auf der anderen Seite fand das Zuspiel von Bertram den eingelaufenen Brünker in der Mitte nicht. Folglich zeigte sich Co-Trainer André Kilian mit dem 0:0 zur Pause alles andere als zufrieden. „Das war eine schwache erste Halbzeit von uns“, kritisierte er und bemängelte vor allem: „Zu wenig Bewegung im Ballbesitz.“

Dies adressierten die Magdeburger in der Halbzeitpause. Florian Kath blieb in der Kabine, dafür spielte Brian Koglin nach dem Seitenwechsel in der Innenverteidigung und Malachowski auf seiner gewohnten Position im defensiven Mittelfeld. „Wir jagen, wir jagen“, forderte Titz lautstark von seinen Mannen - und sah sich bald belohnt. Als eine Atik-Flanke vom linken Flügel in die Mitte segelte und Bertram gefühlvoll links in den Winkel einköpfte (50.).

Dies bejubelte auch ein kleine Schar von sieben FCM-Fans, die das Spiel von einer Erhöhung nahe des Stadion verfolgten, mit lautstarken Gesängen. Und nur drei Minuten später hätten sie fast wieder feiern dürfen, doch fand Atik den Torschützen dieses Mal mit einem flachen Zuspiel nicht.

Tankulic gleicht aus, Atik antwortet

Auf der anderen Seite war erst in der 63. Minute durch einen Standard wieder Gefahr. Eine scharf getreten Freistoßflanke von Luka Tankulic segelte nur knapp am langen Pfosten vorbei. Ansonsten stand die Magdeburger Defensive mit Koglin und in der bekannten Ordnung wesentlich stabiler als noch in Hälfte eins.

Doch eine unachtsame Situation genügte den Gastgebern zum Ausgleich. Einen zu leichtfertigen Fehlpass von Andreas Müller bestrafte Tankulic, zog in der 73. Minute aus 20 Metern unhaltbar für Behrens zum 1:1 ab. Der Ärger über die gerissene Serie an Spielen ohne Gegentor dauerte beim FCM allerdings nicht lange an: Unmittelbar im Gegenzug verlängerte Brünker einen hohen Ball auf Atik, der alleine aufs Tor zusteuerte und die Gäste wieder in Front brachte.

Bell Bell verpasst Entscheidung, Obermair fliegt

Wenig später hatten beide Gäste-Torschützen vorzeitig Feierabend. Für die Schlussphase brachte Titz mit Luka Sliskovic und Leon Bell Bell zwei neue Alternativen für die offensiven Flügel. Und in der Schlussminute hatte einer von ihnen, nämlich Bell Bell, links im Strafraum die Entscheidung auf dem Fuß, scheiterte aber an SVM-Schlussmann Eric Domaschke.

Nur Sekunden später wurde Raphael Obermair für ein rüdes Foulspiel mit roter Karte des Feldes verwiesen. Doch auch zu zehnt brachten die Elbestädter die Führung über die vierminütige Nachspielzeit, feierte so nach dem Schlusspfiff den nächsten großen Schritt zum Klassenerhalt.