FCM

Der Wandel des 1. FC Magdeburg-Allrounders Andreas Müller: Vom Angreifer zum Abräumer

Zeigte sich Andreas Müller beim 1. FC Magdeburg unter Ex-Trainer Thomas Hoßmang noch als offensive Tormaschine, räumt er neuerding unter Coach Christian Titz vor allem hinten ab - erfolgreich.

Von Dennis Uhlemann
Andreas Müller (r.) vom 1. FC Magdeburg bekam es in den vergangenen beiden Partien eher mit den Offensivspielern des Gegners zu tun, hier mit Ingolstadt-Stürmer Fatih Kaya.

Magdeburg

Noch steht Andreas Müller in der internen Torschützenliste des 1. FC Magdeburg auf dem geteilten ersten Platz. Genau wie Raphael Obermair erzielte der 20-Jährige fünf Treffer für den Drittligisten. Doch ob in den verbleibenden acht Spielen noch weitere Tore hinzukommen, kann aufgrund seiner neuen Rolle zumindest angezweifelt werden.

Müller ist es „relativ egal, wie lange ich noch oben stehe“. Für den mannschaftlichen Erfolg, der sich mit zuletzt 13 Zählern aus fünf Spielen definitiv eingestellt hat, ordnet er seine persönliche Bilanz unter. Und gönnt auch Baris Atik, der mit vier Toren aus sieben Spielen von hinten herangerauscht kommt, jeden Torerfolg. „Er kann gern so weitermachen und von mir aus am Ende 25 Tore auf dem Konto haben“, übertreibt er ein wenig und schmunzelt. „Hauptsache, wir gewinnen die Spiele.“

Einige Positionen im Repertoire

Weiterhin ist es dem 1,73 Meter großen Rechtsfuß auch egal, auf welcher Position er der Mannschaft hilft. Er scheint ja ohnehin einige im Repertoire zu haben. Spielte er unter Ex-Trainer Thomas Hoßmang zumeist noch auf seiner angestammten Position im zentralen oder offensiven Mittelfeld, kamen ihm in den vergangenen sechs Spielen unter Christian Titz zwei komplett verschiedene Rollen zu. Nach dem Tiefpunkt gegen Verl (0:4), bei dem Müller mit einer Gelb-Rot-Sperre fehlte, rückte er anschließend in neuer Funktion ins Team zurück und spielte als Flügelstürmer. Dabei setzte er durchaus Akzente, erzielte beim 4:2-Sieg in Köln sogar einen Treffer.

Doch in den vergangenen beiden Partien musste er sich wieder umstellen. Der gebürtige Sinsheimer, der vor der Saison vom Südwest-Regionalligisten FC-Astoria Walldorf kam, wurde von Titz plötzlich als eine Art Libero eingesetzt. Eine Position, die es im modernen Fußball eigentlich gar nicht mehr gibt, doch im Ballbesitz-Spiel des neuen Trainers schon.

Vorher war Routinier Jürgen Gjasula dieses Bindeglied zwischen Abwehr und Mittelfeld, seit seinem Ausfall mit einem Meniskusriss lässt sich der Youngster Müller beim eigenen Spielaufbau zwischen die beiden Innenverteidiger fallen und lenkt die Partie von hinten. Und das mit einer Ruhe, die für einen Profi seiner Altersklasse nicht selbstverständlich ist.

Müller gibt Entwarnung nach seiner Verletzung

„Ich spiele auch gern weiter vorn. Aber wenn ich als Job bekomme, mich von hinten um den Spielaufbau zu kümmern, mach ich das natürlich auch“, kommentiert Müller seine neue Rolle nüchtern. Er bekommt die nötige Unterstützung, tauscht im Spiel auch mal die Position mit Mittelfeldmann Adrian Malachowski. „Das ist alles abgesprochen. Da weiß jeder, was er zu tun hat“, betont der Blondschopf, der sich – egal auf welcher Position – längst in die Herzen der Fans gespielt hat.

Deswegen hatten einige blau-weiße Anhänger auch arge Bedenken, als Müller beim 2:0 gegen Ingolstadt nach 82?Minuten ausgewechselt und auf der Bank behandelt werden musste. Doch er gibt selbst Entwarnung: „Es war nur eine Wadenprellung, das sollte nach zwei bis drei Tagen wieder abklingen.“ Und damit sollte feststehen, dass er bei der Mission Klassenerhalt auch beim Auswärtsspiel in Rostock am Sonnabend um 14?Uhr dabei sein kann. Ob nun als Angreifer, Abräumer oder wieder in neuer Rolle – das ist Müller völlig egal.