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Jacobsen ist der stille Lenker des 1. FC Magdeburg

Mittelfeldmotor Thore Jacobsen ist beim 1. FC Magdeburg der stille Denker und Lenker in der Mittelfeldzentrale. Unauffällig aber zuverlässig füllt der Linksfuß seine Rolle aus.

Von Kevin Gehring
Ob mit dem Ball am Fuß oder in der Arbeit gegen den Ball: Thore Jacobsen (l.) sammelte gegen Zwickau wieder fleißig Kilometer und scheute keinen Zweikampf - wie hier gegen Morris Schröter. Foto: imago

Magdeburg. In der 22. Minute rückte Thore Jacobsen am vergangenen Sonnabend ausnahmsweise mal in den Mittelpunkt. Nach kurz ausgeführter Ecke und schnellem Doppelpass mit Baris Atik kam der Mittelfeldspieler in aussichtsreicher Position im Sechzehner zum Schuss, setzte diesen aber mit seinem schwächeren rechten Fuß minimal zu hoch an.

Ansonsten legte Jacobsen beim 0:0 gegen den FSV Zwickau einen Auftritt hin, der für den Linksfuß so typisch ist: Unaufgeregt erledigte er seine Aufgaben vor der Abwehr, ohne dabei groß in Erscheinung zu treten. Im Aufbauspiel ein souveräner Ballverteiler, im Rückwärtsverhalten ein bissiger Zweikämpfer und Balleroberer.

In Unterzahl das Pensum erhöht

So hat Jacobsen seinen festen Platz im System von FCM-Cheftrainer Christian Titz gefunden, absolvierte die vergangenen vier Partien allesamt über die volle Distanz – was insbesondere am Sonnabend Kraft gekostet hat. Denn nach der gelb-roten Karte gegen Verteidiger Alexander Bittroff (41.) wurden die Strecken in Hälfte zwei umso länger. „Wir haben dann mit zwei klaren Sechsern vor der Abwehr gespielt“, erzählt Jacobsen. Verbunden damit wurde das Pensum höher: „Klar waren es dann weitere Laufwege, weil wir auch mal auf die Außen mussten, um dort zu unterstützen.“

So sammelte der zentrale Mittelfeldspieler, der gestern seinen 24. Geburtstag feierte, gegen hartnäckige Zwickauer fleißig Kilometer, glänzte wieder mit der Arbeit, die nur selten gesehen wird. Das macht dem Norddeutschen aber wenig aus, im Gegenteil: Jacobsen ist ohnehin eher der stille Lenker, stellt sich nicht gerne in den Fokus, obwohl er einen wichtigen Posten in der Schaltzentrale des Drittligisten einnimmt.

Jacobsen lobt das Zusammenspiel

Die Rolle als Ballverteiler im Aufbauspiel gefalle ihm zwar, auf sich persönlich möchte die Leihgabe des SV Werder Bremen jedoch gar nicht weiter eingehen. „Wir machen das gerade in der Kombination mit Andi, Adrian und Baris alle zusammen ganz gut“, sagt Jacobsen stattdessen. Während sich Andreas Müller und Adrian Malachowski häufig zwischen die Abwehrspieler fallen lassen, nimmt Jacobsen die Position des Abräumers vor der Kette ein, hält Kreativspieler Baris Atik mit immensem läuferischen Aufwand den Rücken frei.

Diese komplexe Zusammenarbeit im Defensivverbund ist einer der Gründe für den aktuellen Erfolgslauf des 1. FC Magdeburg, der seit nunmehr sieben Partien unbesiegt ist. „Der Aufwand hat sich ausgezahlt“, sagt Jacobsen nach dem intensiven 0:0 gegen Zwickau zufrieden. „Nicht ohne Grund sind wir das fünfte Spiel in Folge ohne Gegentor geblieben.“

Schon Mittwoch in Meppen gefordert

Viel Zeit zur Erholung bleibt den Blau-Weißen nun aber nicht. Nachdem Jacobsen seinen Geburtstag gestern mit der obligatorischen Testung startete, stand anschließend nur limitiertes Training auf dem Plan. Bereits heute macht sich die Mannschaft auf den Weg ins Emsland, wo sie morgen um 19 Uhr der SV Meppen empfängt. „Für uns kommt es darauf an, dass wir gut regenerieren und Mittwoch scharf sind“, sagt Jacobsen. Und das ist der Mittelfeldmotor – wenngleich seine ruhige Art darüber hinwegtäuschen könnte – in jedem Spiel.