Fußball „Noch nicht alle Haare am Sack!“ Ex-FCM-Profi Burcu bekommt Ansage von Union Berlins Coach Baumgart
Der Trainer hat immer das letzte Wort. Das machte Steffen Baumgart dem Ex-FCM-Profi Livan Burcu knallhart deutlich. „Noch nicht alle Haare am Sack!“ - so klärte der Union-Coach die heftige Diskussion nach der Niederlage bei Hoffenheim auf.

Magdeburg/Berlin. - Mit dem Schlusspfiff war es beim 1:3 des 1. FC Union bei der TSG Hoffenheim noch lange nicht getan. Denn auf dem Rasen lieferten Union-Coach Steffen Baumgart und der Ex-Magdeburger Livan Burcu noch mal einen Extra-Aufreger. Als sich Burcu seine wärmende Jacke holen wollte, diskutierten beide zunächst nur aufgeregt an der Seitenlinie. Aber als sich Burcu dann einfach auf den Weg zum Mittelkreis machte, marschierte Baumgart hinterher. Wild gestikulierend und mit finsterer Miene machte er seinem Spieler auch verbal deutlich, wer hier der Chef ist.
„Ab und zu ist es so, dass, wenn zwei emotionale Menschen aufeinandertreffen und der eine 54 ist und der andere aus meiner Sicht noch nicht alle Haare am Sack, um es mal deutlich zu sagen, dann hoffe ich manchmal, dass sie die Klappe halten. Das fällt ihm schwer“, klärte Baumgart in der Pressekonferenz nach dem Spiel in seiner gewohnt klaren Art auf. Und damit ist für Baumgart, der einst auch Spieler (2008) und Trainer (2009/10) beim 1. FC Magdeburg war, der Zoff erledigt. „Aber das ist jetzt nichts Dramatisches. Ich finde, es ist auch okay, dass wir Jungs haben, die gewisse Emotionen haben und sie auch nicht hinter dem Berg halten. Also eher positiv als negativ. Deswegen freue ich mich, dass er reingekommen ist, dass er seine Leistung gebracht hat und klopfen möchte, dass er von Anfang an spielt.“

Dazu reichte es für den 21-Jährigen in dieser Saison in der Bundesliga bisher nur zwei Mal. Fünf Mal wurde Burcu eingewechselt und kommt so lediglich auf 237 Spielminuten. Aufgrund einer Sprunggelenksverletzung fiel er bis Anfang Oktober aus, hatte dann Trainingsrückstand. Und so gab er erst am 13. Spieltag in der 78. Minuten beim 1:3 in Wolfsburg sein Bundesliga-Debüt.
Beim FCM sah das in der vergangenen Saison noch ganz anders aus. Nachdem Union ihn im Sommer 2024 für 300.000 Euro aus Sandhausen geholt hatte, sollte Burcu auf Leihbasis Spielpraxis in Magdeburg sammeln. Und hier wurde der Deutsch-Türke zum absoluten Leistungsträger und war maßgeblich daran beteiligt, dass die Blau-Weißen lange dick im Rennen um den Aufstieg in die Bundesliga waren. 27 Mal gehörte er zur Anfangself, wurde dazu noch vier Mal eingewechselt und kam so auf insgesamt 2.121 Zweitliga-Minuten. Ein Zoff mit dem Trainer war da ausgeschlossen.