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Starker 1. FC Magdeburg scheitert in erster Pokalrunde knapp an St. Pauli

Der 1. FC Magdeburg lieferte sich mit dem Zweitligisten FC St. Pauli einen hochklassigen und packenden Pokalfight. Das Ticket für die zweite Runde lösten trotz deutlichem FCM-Chancenplus am Ende aber die Hamburger, die sich 3:2 (2:1) durchsetzten.

Von Dennis Uhlemann
Der FCM um Luca Schuler (l.) lieferte sich mit Eric Smith und dem Zweitligisten St. Pauli einen packenden Pokalfight.
Der FCM um Luca Schuler (l.) lieferte sich mit Eric Smith und dem Zweitligisten St. Pauli einen packenden Pokalfight. Foto: Eroll Popova

Magdeburg. Chancen am Fließband, deutlich mehr Ballbesitz und ein Doppelpack vom Ex-Paulianer Sirlord Conteh - das alles hat dem Drittligisten 1. FC Magdeburg in der ersten Runde des DFB-Pokals 2021/22 am Ende nichts genutzt. Das überaus spannende Heimspiel gegen den Zweitligisten FC St. Pauli vor 14.405 Fans ging mit 2:3 (1:2) verloren.

Bereits sehr früh wurde die Elf von Christian Titz, die im Vergleich zu den ersten beiden Drittliga-Spielen unverändert auflief, mit einem Gegentreffer geschockt. Guido Burgstaller brachte den FC St. Pauli nach drei Minuten in Führung, nachdem er aus dem Gedränge im Strafraum heraus flach in die Ecke traf. Und das hatte sich durchaus angekündigt, hatte der Gastgeber doch in den ersten Minuten kaum Zugriff. Die Druckphase der Hamburger flachte nach gut zehn Minuten aber etwas ab. Alexander Bittroff aus der Distanz (10.) und Connor Krempicki nach Vorarbeit von Sirlord Conteh (11.) sorgten für erste gute Chancen der Blau-Weißen, die im neuen Pokal- und Auswärtstrikot aufliefen.

Die Magdeburger hatten danach mehr vom Spiel und durch Krempicki eine weitere gute Chance. Nach 14 Minuten schoss der Mittelfeldmann den Ball nach einer Flanke von Leon Bell Bell knappp drüber. Die kleine Schwächephase in den Anfangsminuten hat der FCM dann eindrucksvoll hinter sich gelassen und kontrollierte gegen das höherklassige Team das Spielgeschehen. Andreas Müller hatte mit einem Distanzschuss die nächste Chance (23.), wie beim 0:0 gegen Freiburg zuletzt fehlte den Abschlüssen aber zunächst die nötige Präzision.

Der nächste Schuss von Baris Atik war dann deutlich besser, wurde aber stark von Pauli-Keeper Dennis Smarsch entschärft (28.). Danach ging alles ganz schnell: Zunächst hatte Guido Burgstaller per Kopf die große Chance auf das 2:0 für die Gäste (30.), anschließend konterte der FCM mustergültig. Mit einem starken langen Ball schickte Atik Conteh. Der Flügelstürmer, der vor seinem Wechsel zum FCM vier Jahre für die „Kiezkicker“ spielte, blieb vor dem Kasten eiskalt und erzielte mit einem Flachschuss den überaus verdienten 1:1-Ausgleich (31.).

Und der 25-jährige Wirbelwind hätte wenig später schon früh zum Helden der Partie werden können, nach einer Hereingabe von Bell Bell schoss er den Ball aber aus kurzer Distanz drüber (38.). Die Bestrafung folgte auf den Fuß: Nach einem Freistoß von Eric Smith köpfte Abwehrmann Jakov Medic den Ball zum 2:1 für die Gäste ein (41.). Der Spielverlauf mit dem deutlichen Chancenplus für Blau-Weiß war auf den Kopf gestellt. Bis zur Pause drückte die Titz-Elf weiter auf das offensive Gaspedal, ging aber mit dem knappen Rückstand in die Kabinen. Dieser hätte nach einer Doppelchance von Daniel Kyereh in der Nachspielzeit sogar noch höher sein können.

Spiel hat keine Ruhephasen

In der Kabine mussten beide Teams nach der ereignisreichen ersten Hälfte sicher erstmal durchpusten. Um dann mit Vollgas wieder in die zweite Hälfte zu starten. Zunächst ließ Kyereh eine weitere gute Chance für die Gäste liegen und scheiterte an FCM-Keeper Dominik Reimann (60.). Nur kurz danach kam der FCM mit dem probaten Mittel zum Erfolg: Wieder ein guter langer Ball, wieder sprintete Conteh allen davon und schloss per Flachschuss ab - der 2:2-Ausgleich (64.).

Doch wieder antwortete der Zweitligist prompt - unter der Mithilfe vom FCM-Torwart. Reimann konnte den Ball nach einem Freistoß nicht kontrollieren und er plumpste Burgstaller vor die Füße, der zum Doppelpack und zur 3:2-Führung für Pauli einschob (58.). Das packende Pokalduell nahm sich absolut keine Ruhephasen. Direkt danach drückte der FCM mit weiteren Chancen - teilweise fast im Minutentakt - auf den erneuten Ausgleich. Beispielsweise schlenzte der kurz zuvor eingewechselte Florian Kath den Ball nur Zentimeter am Pfosten vorbei (67.).

Die Magdeburger gaben in der Schlussphase eindeutig den Ton an. Den Gästen blieb nichts anderes über, als sich hinten einzukesseln. Teilweise waren die FCM-Abwehrspieler mit vorn. Dass der FCM insgesamt 20 Ecken in den Sechzehner schlug, sprach Bände. Doch die Kugel wollte nicht noch einmal über die Linie. Nach Vorarbeit von Luca Schuler ließ Atik die nächste Riesenmöglichkeit ungenutzt und schoss aus gut zehn Metern vorbei (81.).

Mit den Einwechslungen von Jason Ceka und Nico Granatowski ging Titz noch einmal voll auf Offensive - wenn überhaupt mehr Offensive ging. Denn der FCM drückte ununterbrochen auf das 3:3, hatte durch einen Schuss von Amara Condé aus der zweiten Reihe den nächsten Hochkaräter (84.). Bis zum Schlusspfiff kamen zahlreiche weitere dazu, doch kein Tor. Womit der starke FCM letztlich unverdient in der 1. Runde des DFB-Pokals scheiterte.