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Olympische Winterspiele Deutscher Sport fühlt mit ausgeschlossenem Heraskewytsch

Der ukrainische Skeleton-Pilot Wladislaw Heraskewytsch ist im Streit um seinen Helm von den olympischen Wettbewerben ausgeschlossen worden. So bewerten deutsche Sportler den Fall.

Von dpa Aktualisiert: 12.02.2026, 14:06
Felix Loch kennt den Ukrainer gut. (Archivbild)
Felix Loch kennt den Ukrainer gut. (Archivbild) Michael Kappeler/dpa

Mailand - Der deutsche Sport zeigt Mitgefühl für den bei den Olympischen Winterspielen in Italien ausgeschlossenen ukrainischen Skeleton-Fahrer Wladyslaw Heraskewytsch. „Es ist schade, dass er sich hier seinen olympischen Wettkampftraum nicht erfüllen kann“, sagte der dreimalige Rodel-Olympiasieger Felix Loch der Deutschen Presse-Agentur: „Doch die Regeln sind auch klar. Nun hat die Sache mehr Aufmerksamkeit bekommen, als wenn er normal gefahren wäre.“ Loch kenne den 27-Jährigen gut, „er ist da sehr geradlinig.“ Loch ist Mitgründer der Vereinigung „Athletes for Ukraine“.

Den siebenmaligen Skeleton-Weltmeister Christopher Grotheer bewegte die Entscheidung ebenfalls. „Es ist extrem hart, ich kann mir da kein Urteil bilden, weil in Deutschland kein Krieg herrscht“, sagte der Konkurrent von Heraskewytsch: „Ich kann mich nur in die Situation als Sportler reinversetzen, dass du vier Jahre trainierst, dann hast du deinen Moment und kannst nicht fahren. Das tut mir leid für ihn.“ Tennis-Profi Eva Lys, die in der Ukraine geboren wurde, zeigte kein Verständnis für die Entscheidung und nannte sie „einfach lächerlich“.

DOSB: Wunsch nach Gedenken ist nachvollziehbar

Heraskewytsch war zuvor kurz vor dem ersten Durchgang im Skeleton-Wettkampf disqualifiziert worden, weil er einen Helm mit Bildern von im Krieg gegen Russland getöteten Sportkollegen tragen wollte. Dies war ihm mehrfach vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) untersagt worden. Politische Botschaften sind Athleten in olympischen Wettbewerben verboten. 

Der Deutsche Olympische Sportbund konnte die Entscheidung des IOC verstehen. „Der Wunsch nach Gedenken ist nachvollziehbar. Dies ist im Rahmen der Möglichkeiten, wie bei Pressekonferenzen und Medienstatements auch möglich und diese Möglichkeiten der freien Meinungsäußerung unterstützen wir als DOSB ausdrücklich“, heißt es in einer Stellungnahme: „Im Wettkampf sind politische Botschaften und solche, die so interpretiert werden können, sinnvollerweise untersagt.“