Dortmund (dpa) - Der neuerliche Rückschlag im Titelrennen schlug Thomas Meunier mächtig aufs Gemüt. Selbst sein erster Treffer für Borussia Dortmund zum 1:1 (0:0) gegen den FSV Mainz 05 spendete dem Belgier wenig Trost.

"So oft haben wir die Chance, Zweiter, Dritter oder Erster zu werden. Und dann kommen solche Spiele. Ich bin wirklich enttäuscht", kommentierte der Neuzugang die in der Schlussphase vogelwilde Partie im TV-Sender Sky.

Nur eine Woche nach dem hochgelobten Auftritt beim Topspiel in Leipzig (3:1) zeigte die Borussia einmal mehr ihr anderes, weniger schönes Gesicht. Wie schon bei den überraschenden Heimniederlagen gegen Köln (1:2) und Stuttgart (1:5) schwächelte der BVB gegen einen Außenseiter und vergab die große Chance, Boden gutzumachen. Immerhin bewahrte Meunier (73.) sein Team im leeren Signal Iduna Park vor einer Blamage und sorgte nach der Mainzer Führung durch Levin Öztunali (59.) noch für den Ausgleich.

Besonders tief saß der Schmerz bei Marco Reus. Denn der BVB-Kapitän avancierte zum großen Pechvogel der Partie. In der ersten Halbzeit vergab er die größte Chance zur Führung (26.), 15 Minuten vor dem Schlusspfiff schoss er beim Stand von 1:1 einen Foulelfmeter am Tor vorbei. "Ich muss mich eigentlich bei der Mannschaft entschuldigen. Ich hätte das Spiel entscheiden oder in die richtige Richtung bringen können", gestand Reus kleinlaut. Wie Meunier trauerte auch er der vergebenen Chance nach, die Gunst der Stunde zu nutzen und auf Platz drei vorzustoßen: "Wir wollten nach dem Spiel in Leipzig nachlegen, das haben wir nicht geschafft."

Nach starker erster Halbzeit mit vielen Möglichkeiten verlor die Borussia den Faden und musste am Ende froh sein, dass Mainz bei einem Konter nicht der Siegtreffer gelang. "Die Torgefährlichkeit ist uns in der zweiten Halbzeit verloren gegangen. Da wollten wir es zu sehr erzwingen. Aber das hat der Gegner heute nicht hergegeben", klagte BVB-Coach Edin Terzic und bescheinigte dem Gast einen "sehr leidenschaftlichen und disziplinierten Auftritt".

Die Mainzer hatten allen Grund zur Freude. Denn das Remis beim hohen Favoriten taugte allemal als Mutmacher für den Abstiegskampf. "Wie wir uns präsentiert haben, war ein Schritt in die richtige Richtung", befand Trainer Bo Svensson, "in der ersten Halbzeit haben wir Glück gehabt, da war Dortmund die klar bessere Mannschaft. Aber in der zweiten Halbzeit war es viel ausgeglichener. Da hatten wir die besseren Chancen, um das Spiel zu gewinnen."

Ein besonderes Lob hatte der Coach für den Torschützen Öztunali parat, der aus eigentlich wenig aussichtsreicher Position sehenswert in den Torwinkel getroffen hatte: "Eigentlich habe ich gesagt, Levi schieße bitte nicht, sondern spiele den Ball ab. Aber das wird er nach diesem Schuss nie mehr von mir hören."

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