Handball

DHB-Team bereit für olmpische Medaillen-Mission

Von Eric Dobias, dpa
Deutschlands Julius Kühn (M) holt zwischen den Ägyptern Ahmed Mohamed (l) und Yehia El-Deraa zum Wurf aus.
Deutschlands Julius Kühn (M) holt zwischen den Ägyptern Ahmed Mohamed (l) und Yehia El-Deraa zum Wurf aus. Daniel Karmann/dpa

Nürnberg - Die deutschen Handballer fliegen nach dem bestandenen Stresstest gegen Ägypten mit viel Rückwind zu den Olympischen Spielen nach Tokio.

Die DHB-Auswahl gewann die Olympia-Generalprobe gegen den WM-Viertelfinalisten mit 29:27 (12:10) und damit auch das Drei-Länder-Turnier in Nürnberg. Vor 768 Zuschauern war Philipp Weber mit fünf Toren bester Werfer für das Team von Bundestrainer Alfred Gislason, das vor allem in der zweiten Halbzeit eine überzeugende Leistung bot und sich viel Selbstvertrauen für die olympische Medaillen-Mission holte.

Nach dem erfolgreichen Test bleibt die DHB-Auswahl noch zwei Tage in ihrem Vorbereitungscamp in Herzogenaurach, ehe sie am kommenden Mittwochabend nach Japan fliegt. In einem einwöchigen Trainingslager in Tokushima geht es an den Feinschliff für das Olympia-Turnier, das für die deutsche Mannschaft am 24. Juli mit dem Kracher gegen Europameister Spanien beginnt. Weitere Vorrundengegner sind Rekord-Weltmeister Frankreich, der EM-Dritte Norwegen, Argentinien und Brasilien.

Gegen die Südamerikaner hatte es am Freitagabend zum Auftakt des Drei-Länder-Turniers einen überzeugenden 36:26-Sieg gegeben. An die starke Leistung konnte das Gislason-Team zunächst aber nicht anknüpfen. Nach einer wilden Startphase mit etlichen Fehlern auf beiden Seiten und ständig wechselnder Führung bekamen zunächst die Ägypter Struktur in ihr Spiel und verschafften sich nach einer Viertelstunde beim 8:5 ein Drei-Tore-Polster.

Das wirkte wie ein Weckruf für die deutsche Mannschaft, die jetzt in der Abwehr energischer zupackte und mit einem 3:0-Lauf schnell den Ausgleich schaffte. Insgesamt blieb die Fehlerquote im Angriff aber zu hoch. Nur zwölf Treffer in der ersten Halbzeit waren der zahlenmäßige Beleg für die deutsche Offensivschwäche.

Immerhin war auf die Defensive Verlass. Vor allem Torwart Silvio Heinevetter, der nach rund 20 Minuten für Johannes Bitter zwischen die Pfosten rückte, glänzte mit einigen spektakulären Paraden. So ging es dank eines in letzter Sekunde direkt verwandelten Freiwurfs von Spielmacher Weber, der gegen Brasilien verletzt gefehlt hatte, mit einem Zwei-Tore-Vorsprung in die Kabine. „Ägypten war der erhofft schwere Gegner. Sie haben uns vor schöne Aufgaben gestellt“, sagte DHB-Sportvorstand Axel Kromer in der Halbzeitpause.

Trotz einiger Wechsel kam der EM-Fünfte schwungvoll auf das Parkett zurück und zeigte nun auch im Angriff die erhoffte Effektivität. Beim 19:14 (40.) betrug der Vorsprung erstmals fünf Tore und wurde sogar auf phasenweise acht Treffer ausgebaut. Prunkstück blieb aber die Abwehr, die den Ägyptern immer wieder den Schneid abkaufte. In der Schlussphase zauberte die deutsche Mannschaft sogar ein wenig und ließ sich den Sieg nicht mehr nehmen.