Wenn heute Abend (19 Uhr) in der Bördelandhalle das Spiel des SC Magdeburg gegen Hannover-Burgdorf angepfiffen wird, dann sehen sich die Hausherren besonders gefordert: "Wir wollen gewinnen – den Fans, aber auch unserem Trainer zuliebe. Denn der will natürlich gegen sein Ex-Team besonders gut ausschauen", erklärte Robert Weber gestern einen Sieg zur Pflicht. Der Torjäger selbst hofft zudem auf sein 100. Saisontor, das wäre noch ein Grund mehr für ihn, zu feiern.

Magdeburg. Ein "Feierbiest" ist Robert Weber nicht gerade, und doch tat sich der bodenständige Rechtsaußen dieser Tage schwer damit, eine ganz spezielle Einladung auszuschlagen. In seiner Heimat, dem Vorarlberg, wurde der Österreicher nämlich zum "Sportler des Jahres" gewählt. Doch der feierliche Akt, der gestern Abend auf dem Partyschiff "MS Sonnenkönigin" stattfand, musste ohne den zur Nummer eins gekürten Handballer stattfinden. "Ich wäre wirklich sehr gern bei der Party auf dem Bodensee dabeigewesen, aber das Spiel gegen Hannover geht natürlich vor."

Nichtsdestotrotz fühlte sich der Rechtsaußen, der bei der Heim-EM mit der Handball-Nationalmannschaft für viel Furore gesorgt hatte, "natürlich sehr geehrt, denn, dass ein Mannschaftssportler zum Vorarlberger Sportler des Jahres gewählt wird, das gab es wohl noch nie. Sonst haben die Wintersporter immer alles abgeräumt", war Weber, der im Vorjahr unter den Top-Five gelandet war, stolz, diesmal erste Wahl gewesen zu sein.

Top ist der Linkshänder momentan auch in der Liga, führt er doch die offizielle Torschützenliste der HBL mit einem Treffer vor Filip Jicha (THW Kiel/98) an. Und das soll noch möglichst lange so bleiben. Weber: "Ich hoffe, dass ich gegen Hannover nicht nur einen Sieg, sondern auch mein 100. Saisontor feiern kann", "glühte" der "Ösi-Turbo" gestern schon mal langsam vor.

Auch SCM-Trainer Frank Carstens hofft darauf, dass sein Goalgetter vom Dienst an die gute Leistung von Kiel (zehn Treffer) anschließt. Doch nicht nur er, das gesamte Team müsse heute an einem Strang ziehen, um die fest eingeplanten Punkte einzufahren: "Hannover ist deutlich besser als es der Tabellenstand vermuten lässt", warnt Carstens und verweist vor allem auf die individuelle Stärke des Gegners, der in Spielmacher Olsen, den Rückraumspielern Przybecki und Hallgrimsson sowie Keeper Puljezevic die tragenden Säulen weiß.

Von den eigenen Spielern verlangt Carstens heute, "100 Prozent Kampf und Leidenschaft, und dass wir unser wahres Leistungsvermögen zeigen". Dass man gegen Kiel "mit allem reingegangen sind, was wir haben", in Wetzlar dagegen nicht, sei "eine Frage der Einstellung und des Kopfes", so der Trainer: "Darüber haben wir offen gesprochen", deutet er an, dass er die Leistungsschwankungen der letzten Wochen nicht unkommentiert gelassen hat.

Fehlen werden dem SCM heute Abend definitiv Steffen Coßbau (Ermüdungsbruch im Fuß) und Tim Hornke (Fingerbruch), dagegen fiebert Andreas Rojewski nach langem Leidensweg seinem Comeback entgegen.