Aus dem angestrebten dritten Auswärtssieg wurde es am Samstag beim TuS N-Nettelstedt zwar nichts, doch wenigstens standen die SCM-Handballer nach dem 29:29 (15:16) diesmal nicht mit leeren Händen da. Denn den Punkt hatten sich die Gäste, die in Robert Weber (9/2) wieder einmal ihren besten Schützen hatten, für ihre couragierte und einmal mehr kämpferisch starke Leistung in einer bis zum Schluss für den Zuschauer attraktiven und sehr spannenden Partie redlich verdient.

Lübbecke. Mit etwas mehr Glück und Cleverness wäre sogar noch mehr in dem mit 2711 Zuschauer rappeldickevollen "Hexenkessel" Merkur-Arena drin gewesen. Hatten die Magdeburger doch nach einer im Angriff starken ersten Halbzeit und einer sich steigernden Abwehrleistung in der zweiten Hälfte sieben Minuten vor Schluss noch mit 28:24 geführt.

Allerdings hätte die Ausbeute durchaus auch magerer ausfallen können. Nach einem verschlafenen Start in die zweite Halbzeit war der SCM nämlich schon mit 17:20 (36.) gefährlich in Rückstand geraten. Zudem ging glücklicherweise auch TuS-Goalgetter Arne Niemeyer (10 Treffer), den die Magdeburger lange Zeit einfach nicht in den Griff bekamen, hintenraus die Puste aus. Und auch in der hochdramatischen Endphase konnte man aus Magdeburger Sicht froh sein, dass die Hausherren aus Tönnesens "Blackout" 20 Sekunden vor Abpfiff (Er hatte den Ball mit einem Fehlpass unbedrängt ins Aus befördert.), kein Kapital mehr schlagen konnten ...

Und so ließ es sich wie so oft nach einem Remis trefflich darüber streiten, ob es nun ein gewonnener oder verlorener Punkt war. SCM-Coach Frank Carstens fiel es schwer, sich zu entscheiden: "Beide Teams sind in diesem hochklassigen und intensiv geführten Spiel ans Limit gegangen. Ich bin nach dieser sehr starken Auswärtsleistung meiner Mannschaft froh über den Punktgewinn, obgleich man auch sagen muss, dass die Chance da war, die Partie zu gewinnen", so der Trainer, der in seiner Analyse "zwei Comebacks" positiv heraushob: "Dass wir nach dem Drei-Tore-Rückstand unsere Lockerheit und Linie nicht verloren haben, sondern noch einmal zurückgekommen sind, war stark." Gleiches gelte für die Leistung von Rojewski, der Mitte der ersten Halbzeit für den angeschlagenen Natek eingewechselt wurde: "Roje hat für wesentlich mehr Druck auf der rechten Seite gesorgt, und seine drei Tore haben uns im Spiel gehalten."

N-Lübbecke: Putera, Blazicko – Niemeyer 10, Olafsson 6/2, Gustafsson 5, Svensson 4, Just 2, Remer 1, Tluczynski 1/1, Loke, Hansen, Siodmiak, Konitz, Alvanos

Magdeburg: Eijlers, Quenstedt – Weber 9/2, van Olphen 7, Jurecki 4, Rojewski 3, Landsberg 2, Tönnesen 2, Grafenhorst 1, Wiegert 1, Natek, Doborac, Balogh, Meschke

Schiedsrichter: Fleisch/Rieber (Ostfildern/Nürtingen). Zuschauer: 2711. Zeitstrafen: TuS 3, SCM 4. Siebenmeter: TuS 5/3, SCM 4/2.