Einen erhöhten Kribbelfaktor hat Frank Carstens in den vergangenen Wochen bei seiner Mannschaft wahrgenommen. Oft haben die Bundesliga-Handballer des SC Magdeburg bereits über das Wiedersehen mit Heinevetter und Co. gesprochen. "Das ist ein besonderes Spiel", weiß Trainer Carstens. Heute Abend (Anwurf: 20.45 Uhr) lassen Gastgeber Füchse Berlin und der SCM Taten sprechen.

Magdeburg. Gestern war es zunächst Zeit für andere positive Nachrichten, die Geschäftsführer Marc Schmedt, der Coach und Bartosz Jurecki zu verkünden hatten. Der Kreisspieler hat seinen laufenden Vertrag bis 2012 gleich um drei Jahre verlängert, bis zum 30. Juni 2015 also. Jurecki hatte mit seiner Familie überlegt, ob er zu einem anderen Verein wechseln oder in die polnische Heimat zurückkehren sollte. "Aber wir fühlen uns hier unglaublich wohl", sagte der 31-Jährige. Und er sei froh, dass es zu diesem frühen Zeitpunkt zu einer Einigung gekommen ist. Auch Schmedt resümierte nach einer vierwöchigen Verhandlungszeit: "Wenngleich es Begehrlichkeiten von Spitzenvereinen aus der Bundesliga und dem Ausland gegeben hat, hatte der SC Magdeburg für Bartosz immer erste Priorität."

Den polnischen Nationalspieler halten zu können, ist auch ein Verdienst eines Sponsors. Die GETEC AG steht als finanziell tragende Kraft hinter der Kontraktverlängerung. Zugleich hat das Unternehmen um Vorstandssprecher Karl Gerhold seine Unterstützung für die erste und zwei Mannschaft in der Saison 2011/12 (mit Option auf zwei weitere Jahre) fixiert. Über eine Summe wurde gestern keine Angabe gemacht, dem Vernehmen nach liegt sie bei zirka 300 000 Euro. Schmedt hofft mit dieser Vereinbarung auf ein Signal für die anderen Unterstützer des Vereins.

Die Magdeburger stehen nun nicht nur hinsichtlich ihrer personellen Planung in einer guten Ausgangsposition, die hat sich die Mannschaft in den vergangenen erfolgreichen Wochen auch für das heutige Spiel erarbeitet, blickt Carstens zurück. Entsprechend gelöst ist die Stimmung der Mannschaft. Carstens muss sich um die Motivation seiner Schützlinge keine Gedanken machen. "Für uns ist es das größte Spiel", sagte Jurecki. Und ein Spiel, "in dem wir nicht der Favorit sind", ergänzte der Trainer. Aber die Außenseiterrolle hat in dieser Serie viele Kräfte freigesetzt: "Wir haben sehr gute Spiele gegen die Top-Teams geleistet."

Die zweitplatzierten Füchse verfügen über "eine der besten Defensivreihen der Bundesliga", sie agieren mit "einem guten Konterspiel", ihr Positionsangriff stützt sich ganz auf diesen starken Rückraum mit Alexander Petersson, Sven-Sören Christophersen (der sich allerdings in Wetzlar am Sonntag verletzte, als er mit dem Hinterkopf auf die Platte schlug) und Bartlomiej Jaszka, "die perfekte Mischung aus torgefährlichem Spieler und sehr gutem Regisseur", hat der Coach analysiert. Allem will der Trainer die bewährte 6-0-Abwehr entgegenstellen. Carstens weiß: "Es ist nicht die Zeit zum Probieren, sondern die Zeit, um Leistung zu bringen."

Übrigens: Es gibt nur noch wenige SCM-Dauerkarten für die Rückrunde. 321 Tickets hat der Verein bereits verkauft.