An diesem Mittwoch muss der DHC Rheinland gegen den TSV Hannover-Burgdorf antreten. Und es klang nicht sonderlich kämpferisch, als Kai Wandschneider am Samstagabend vorausblickte: "Das ist unsere letzte Chance." Im Kampf um den Klassenerhalt in der Handball-Bundesliga wurde der Coach ein wenig mehr in die Hoffnungslosigkeit geführt bei der 24:34 (10:16)-Niederlage in der Bördelandhalle. Gastgeber SC Magdeburg hatte "auf Basis einer konzentrierten Abwehrarbeit" die Aufgabe "souverän erledigt", freute sich SCM-Coach Frank Carstens.

Magdeburg. Gerade die Abwehrarbeit habe eine gewisse Zeit nicht so gut funktioniert, blickte Yves Grafenhorst zurück auf die kleine Durststrecke vor einigen Wochen, die der SCM längst überwunden hat. In der Mannschaft haben sie damals viel miteinander gesprochen. Ordentlich einen trinken waren sie nicht, denn "das lässt der Spielplan eigentlich nicht zu", sagt Grafenhorst lächelnd.

Bei ihm selbst mangelt es zuweilen noch an der Stabilität. "Ich versuche, an meiner Konstanz zu arbeiten", erklärt er. "Zufrieden mit mir bin ich selten, dazu bin ich zu selbstkritisch." Auch die Quote von neun Toren aus 13 Versuchen ließ ihn nicht frohlocken. Aber: Nach einem schwierigen Start in die Saison aufgrund einer Beckenprellung "zeigt die Formkurve nach oben".

Dass die beiden Außen Grafenhorst und Weber mehr als die Hälfte der SCM-Treffer erzielten, verdeutlich auch, dass "wir die Vorgabe, kompakt in der Abwehr zu stehen, umgesetzt haben", resümiert der 26-Jährige. Die Konterstärke spielten die Gastgeber souverän aus, ob über die erste oder zweite Welle. Gerade im Tempospiel allerdings hatten der SCM-Coach und sein Linksaußen Nachlässigkeiten ausgemacht, die ein höheres Ergebnis verhinderten. Aber selbst als es im Positionsspiel "nicht so rund lief", so Carstens, brachte er mit Damir Doborac einen dynamischen Mittelmann, der die Kogge wieder in den Sturm führte.

Rheinland scheiterte allein an seinem viel zu harmlosen Rückraum, obwohl Wandschneider selbst mit sieben Feldspielern zwischenzeitlich agieren ließ, um vielleicht in einem Überzahlspiel zum Erfolg zu kommen. Drei Akteuren sagte der DHC-Coach noch Bundesligatauglichkeit nach. Das waren Sebastian Linder am Kreis, Maximilian Holst, 1,76 Meter groß, im Rückraum, und Keeper Vitali Feshchanka (neun Paraden). Dessen Pendant Gerrie Eijlers kam auf 15 gehaltene Bälle.

Der DHC hatte nie eine Chance. Wie von Carstens angekündigt, agierten die Gäste mit einer 5-1 mit versetzter Spitze, die noch eine gute Leistung zeigte. Bei Magdeburg führte Stian Tönnesen in der ersten Halbzeit sehr gut Regie. Insgesamt lag die Angriffseffektivität bei knapp 60 Prozent. Doborac war es vorbehalten, die Führung erstmals auf zehn Tore auszubauen (32:22/57.). Ein wenig Mitleid konnte man indes für Tim Hornke empfinden, der alle Versuche nach seiner Hereinnahme vergab. Aber Hornke ist erst 20 Jahre. Er hat viel Zeit, an seiner Konstanz zu arbeiten. Die hat der SCM an sich nicht: Morgen Abend steht das nächste Spiel bei den Füchsen Berlin (20.45 Uhr) an.

SCM: Eijlers, Quenstedt – Wiegert 1, Doborac 4, Rojewski 4, Landsberg 1, van Olphen 2, Hornke, Natek 3, Grafenhorst, 9, Tönnesen, Weber 9/6, Jurecki 1

DHC: Feshchanka, Vortmann – Holst 6/3, Immel, Plaz 3, Sigtryggsson, Wernig 1, Linder 5, Dmytruszynski, Nippes 1, Mahé 2, Sveinsson 1, Lindt 2, Lochtenbergh 3

Schiedsrichter: Moles/Pittner. Zuschauer: 4126. Siebenmeter: SCM 7/6 – DHC 3/3. Zeitstrafen: 1/5.