Magdeburg l Der Auftritt von Marko Bezjak in Balingen war einfach nur zum Zungeschnalzen. Ob No-Look-Pass oder aus dem Rückraum quer über die gegnerische Abwehr nach außen oder locker aus dem Handgelenk zum Kreis – was der Ideengeber der SCM-Handballer mit dem Ball machte, war genial. Neunmal bereitete der Slowene ein Tor der Grün-Roten vor. Und wenn sich eine Lücke auftat, dann verwandelte Bezjak auch selbst eiskalt und warf sieben Tore. Somit war er beim 39:26 in Balingen zu rund 41 Prozent an den Magdeburger Toren beteiligt.

Acht Punkte bis Jahresende holen

„Ich fühle mich richtig gut und bin sehr froh, dass ich der Mannschaft wieder so helfen kann“, sagte Bezjak gestern nach einer kurzen Nacht. Das Team war erst gegen 3 Uhr zurück in Magdeburg und hat am Nachmittag auch schon wieder trainiert. Schließlich steht bereits morgen das nächste Spiel auf dem Programm. Da kommt Erlangen in die Getec-Arena (18 Uhr, Sky). Bezjak: „Ich glaube, dass ist gar nicht so schlecht, wenn wir kurz hintereinander spielen. Da lief es fast immer besser, als wenn wir zu viel Zeit zwischen den Spielen haben. So haben wir auch weniger Zeit zum Nachdenken und sind gleich wieder gefordert.“

SCM am Mittwoch gegen Erlangen

Morgen Erlangen, am Sonntag dann zu Hause gegen Nordhorn, zwei Tage später in Wetzlar und am zweiten Feiertag in eigener Halle gegen Hannover. Bis zur WM-Pause sind noch acht Punkte zu vergeben. Bezjak: „Unser Ziel ist es, die auch alle zu holen. Denn wir haben schon acht Punkte liegen lassen. Mehr Minuspunkte können wir uns nicht leisten. Denn nur so halten wir uns für den Rest der Saison ab Februar noch alles offen.“

Operierte Schulter schonen statt WM

Obwohl Bezjak zwar wieder zum erweiterten Kader seines Landes gehört, ist die WM in Ägypten für ihn kein Thema. „Unabhängig von Corona macht es für mich mehr Sinn, wenn ich nach meiner Schulter-OP im Januar pausieren kann, statt jeden zweiten Tag zu spielen. Sonst bin ich aber wieder bereit für die Nationalmannschaft“, verrät Bezjak, hinter dem schließlich eine lange Leidenszeit liegt.

Lange quälte er sich mit Schmerzen an der Schulter herum und konnte kaum noch richtig werfen. Bezjak: „Dadurch konnte ich der Mannschaft auch nicht richtig helfen.“ Im Januar hatte er sich dann operieren lassen.

Zum Saisonbeginn Anfang Oktober stand der 34-Jährige zwar wieder auf der Platte, war aber noch längst nicht wieder in Topform. Trainer Bennet Wiegert: „Das war von vornherein klar, dass Marko ein bisschen Zeit braucht, um auf sein richtiges Level zu kommen. Gegen den Bergischen HC so zu spielen wie jetzt in Balingen wäre unnormal gewesen.“ Gegen den BHC stand in der Statistik hinter Bezos Namen bei Toren und Assists auch jeweils eine Null. In den letzten Spielen wurde das immer besser. Beim Sieg gegen Lemgo traf Bezjak vier Mal und bereitete fünf Tore vor. Davor in Leipzig waren es drei Tore und vier Vorlagen, gegen die Löwen zwei Tore und sieben Vorlagen und in Coburg fünf Tore und drei Vorlagen.

Probleme drumherum ausschalten

Bezjak: „Am meisten Spaß hat es jetzt in Balingen gemacht. Solche Spiele müssen auch unser Maßstab sein.“ Warum es im November überhaupt nicht lief, dafür hat Bezjak auch keine allgemeingültige Erklärung. Bezjak: „Da war unser Spiel sehr fehlerbelastet und wir hatten Statistiken, mit denen man kaum Spiele gewinnen kann. Vielleicht haben wir uns auch zu viele Gedanken über das Drumherum gemacht, über Corona, die leeren Hallen. Die aktuelle Situation ist natürlich nicht einfach. Aber es geht uns nicht alleine so. Deshalb müssen wir versuchen, die Dinge, die außerhalb der Platte sind, so gut es geht, auszuschalten.“

In Balingen hat das schon einmal hervorragend geklappt. Bezjak: „Da haben wir mit viel Freude gespielt und waren bis zum Schluss hochkonzentriert. So müssen wir weitermachen und vor allem positiv denken. Denn wenn man sich zu sehr mit negativen Dingen beschäftigt, dann wird es meist auch nur negativ.“